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INTERNATIONALE PRESSESTIMMEN

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Ein Moment, in dem es kaum ein Zurück gibt

Den Syrienkonflikt und eine möglicherweise bevorstehende Militärintervention kommentierten viele internationale Zeitungen:

Die Presse (Wien, ...

Ein Moment, in dem es kaum ein Zurück gibt

Den Syrienkonflikt und eine möglicherweise bevorstehende Militärintervention kommentierten viele internationale Zeitungen:

Die Presse (Wien, Österreich): „Zu lange haben die ,müden Krieger‘ Obama und Co. abgewogen und gezaudert, zu lange auf eine Friedenslösung gesetzt. Das rächt sich. Monat für Monat verschiebt sich die überfällige Syrien-Konferenz, ohne Aussicht auf Erfolg scheint die russisch-amerikanische Initiative geplatzt wie eine Seifenblase.“

Le Monde (Paris, Frankreich): „Eine militärische Reaktion auf den verbrecherischen Einsatz chemischer Waffen in Syrien wäre eine deutliche Botschaft an alle diejenigen, die in Zukunft ähnliche Gräueltaten begehen möchten. Untätigkeit wäre gleichbedeutend mit einer Blankovollmacht für Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eine präzise und gezielte Militäraktion wäre kein westliches Militärabenteuer, wenn die Folgen vorher gründlich bedacht werden.“

La Croix (Paris, Frankreich): „Vielleicht ist eine Intervention die beste aller schlechten Optionen, doch sie ist folgenschwer. Die Großmächte sind Diktatoren gegenüber zu lange passiv geblieben und haben sie gelegentlich sogar unterstützt. Man darf nicht vergessen: Frieden wird lange vor dem ersten Kriegslärm gesichert.“

Tages-Anzeiger (Zürich, Schweiz): „Es ist einer dieser Momente, in denen es kaum ein Zurück gibt. Der Westen steuert auf eine militärische Intervention gegen Syriens Regime zu.

In diesem Fall fehlt ein klar definiertes Ziel, und die Gegner des Regimes in Damaskus sind alles andere als eine Einheit.“

De Telegraaf (Amsterdam, Niederlande): „Die Opposition in diesem zerrissenen Land ist ein Sammelsurium von idealistischen Demokraten und radikalen Muslimen, die nichts anderes im Sinn haben, als Syrien in einen diktatorisch regierten Islamstaat umzuwandeln. Gut und Böse liegen dicht beieinander. Das macht eine Intervention am Boden zur gefährlichen Unternehmung. Übrig bleiben nur Angriffe mit Marschflugkörpern auf strategisch wichtige Ziele, die Assad und seinen Kumpanen klarmachen, dass sie von Massenvernichtungswaffen absehen müssen.“

Daily Telegraph (London, Großbritannien): „Das wertvollste, was eine Supermacht besitzt, ist ihre Verlässlichkeit. Wenn die führende Nation der Welt eine Drohung ausspricht, eine Garantie abgibt oder auch eine Rote Linie zieht — dann muss sie bereit sein, ihren Willen durchzusetzen. Sonst verliert dieser unschätzbar wertvolle Besitz an Wert, vielleicht für immer.“

Corriere della Sera: (Rom, Italien): „Sorgen bereiten die Risiken einer solchen Intervention, aber auch das, was danach kommen könnte. Das Weiße Haus hat so lange mit einer Reaktion auf die grausame Unterdrückung in Syrien abgewartet, weil diese mit einer ungewissen Zukunft verbunden ist. Es fehlen die zuverlässigen Gesprächspartner dort. Es besteht auch die Gefahr, dass Syrien in mehrere Teile zerfällt, und die Verbündeten von heute — die Rebellen — können die Feinde von morgen werden.“

Politiken (Kopenhagen, Dänemark): „Der Einsatz von chemischen Waffen erfordert eine Reaktion, auch wenn die allein nicht hilft, den Konflikt zu lösen. Eine überstürzte Entscheidung, Kriegsrhetorik und vage Ziele sind das Letzte, was wir brauchen. Aber wir dürfen uns nichts vormachen. Selbst eine begrenzte militärische Aktion könnte schwerwiegende Konsequenzen haben.“

LN

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