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INTERNATIONALE PRESSESTIMMEN

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Es dürfte etwas ins Rollen gekommen sein Kommentare europäischer Zeitungen zu den „Panama Papers“ und ihren Folgen: La Repubblica (Rom, Italien): „Der Skandal ...

Es dürfte etwas ins Rollen

gekommen sein

Kommentare europäischer Zeitungen zu den „Panama Papers“ und ihren Folgen:

La Repubblica (Rom, Italien): „Der Skandal um die „Panama Papers“ hat sein erstes Opfer. Die Krise explodiert in Island auf der höchsten Ebene. Regierungschef Sigmundur David Gunnlaugsson hat das Handtuch geworfen. (...) „Es ist ein politischer Ausbruch in einer kleinen Demokratie, die an Vulkanausbrüche gewöhnt ist“, heißt es in diplomatischen Kreisen in Reykjavik. Es ist das schlimmste politische Erdbeben in Reykjavik, seitdem die internationale Finanzkrise 2008 die drei größten Banken des Landes in die Pleite geschickt hat.“

Adevarul (Bukarest, Rumänien): „Geld. Viel schwarzes Geld. Geld, das sich nicht bewegt und durch einen „gesunden“ wirtschaftlichen Kreislauf weiteres Geld produzieren würde. Stattdessen geht es um einen riesigen Betrug, der den Besitzenden hilft, ihr Vermögen zu steigern. Die „Gesundheit“ des wirtschaftlichen Kreislaufs steht hier nicht zufällig unter Anführungszeichen. Denn über diese perverse Gesundheit reden die Banker und Propagandisten bis uns schwindlig wird: Wir brauchen Opfer, das Volk möge doch bitte ihre Notwendigkeit verstehen, wir erhöhen schweren Herzens Steuern, die Sozialhilfeempfänger erdrücken uns, die Rentner kriegen nie genug, es wird zu wenig gearbeitet... Dabei sehen wir jetzt: Es ist genug Geld da.“

The Guardian (London, Großbritannien): „Die Atmosphäre im Land ist heute beinahe so wie Anfang 2009, als die damalige Koalitionsregierung gestürzt wurde. Dieses Mal könnte sich die Unzufriedenheit sogar als noch größer erweisen. Nach sieben Jahren strenger Sparpolitik sowie Härten, um die kollabierte Wirtschaft wiederaufzubauen, müssen die Isländer mit der Enthüllung fertig werden, dass viele politische Führer Geld in Offshore-Konten versteckten, während die Steuerlast bis zum echten Limit erhöht wurde, das normale Leute ertragen konnten.“

Magyar Nemzet (Budapest, Ungarn): „Die heutigen ungarischen Politiker verhalten sich zum Offshore- Business ähnlich wie ihre Vorgänger zur Kinderarbeit. Das Schlagwort vom Kampf gegen die „Offshore-Ritter“ klingt gut in Sonntagsreden und Parteiprogrammen, doch hat in Wirklichkeit keines der politischen Lager ein Interesse daran, mehr Transparenz in das Gebaren der Firmen zu bringen.

Hin und wieder wird der eine oder andere Offshore-Skandal ruchbar (...) und erregt die Gemüter, doch wirklich vorgegangen wird gegen das Phänomen nicht. Immerhin dürfte aber mit den „Panama Papers“

etwas ins Rollen gekommen sein. Denn die Daten, die ans Tageslicht kamen, machen klar, dass es in den Kreisen der Wirtschafts-, Politik- und Sporteliten zum Alltag gehört, die für das Gemeinwohl bestimmten (Steuer-)Gelder (in Steueroasen) zu verbergen.“  

Tages-Anzeiger (Zürich, Schweiz): „Erstmals erlauben die Dokumente einen fundierten Einblick in die Praktiken jener Advokaten, die bei fragwürdigen, zum Teil wohl auch illegalen Geschäften mithelfen. (...) Viele Anwälte verzichten auf Abklärungen über ihre eigenen Mandanten. Das sei nicht ihre Aufgabe, sagen sie. Streng genommen stimmt das: Sie sind nicht verpflichtet, zu prüfen, ob ein Geschäft auch wirklich wirtschaftlich sinnvoll ist oder vielleicht doch hinterfragt werden müsste. Die Diskussion um härtere Gesetze wird kommen. Doch es wäre schon viel gewonnen, wenn die Anwälte strenger kontrolliert würden.“

LN

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