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INTERNATIONALE PRESSESTIMMEN

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Diese Krise ist auch eine Chance Kommentare ausländischer Zeitungen zum Ergebnis des „Brexit“-Referendums: Aftenposten (Oslo, Norwegen): „Großbritanniens Rückzug ...

Diese Krise ist

auch eine Chance

Kommentare ausländischer Zeitungen zum Ergebnis des „Brexit“-Referendums:

Aftenposten (Oslo, Norwegen): „Großbritanniens Rückzug ist eindeutig eine Krise vom schlimmsten Kaliber. Krisentreffen werden folgen. Das Ende ist ungewiss. Aber diese Krise ist auch eine Chance, die Partnerschaft wieder neu zu erfinden, einen Neustart zu machen, zu definieren, was die Europäische Union wirklich sein soll. Eine knappe britische Mehrheit in der EU hätte nicht die gleichen Chancen geschaffen, sondern nur zu einer Fortsetzung des Streits bis zu einer vielleicht größeren Katastrophe geführt.“

Dagens Nyheter (Stockholm, Schweden): „Was wir erleben, ist ein politisches Erdbeben, von dessen Folgen wir nur den Anfang gesehen haben. Als das Ergebnis in der Nacht klar wurde, reagierten die Märkte mit Lichtgeschwindigkeit. Das britische Pfund fiel, genauso die asiatischen Börsen. (...)

Dies ist ein tragischer Moment für alle, die ein offenes, demokratisches Europa erhalten wollen, das durch Zusammenhalt gekennzeichnet ist. Das Dramatischste ist eingetreten. Mögen die Folgen für die Welt so glimpflich wie möglich sein.“

Le Monde (Paris, Frankreich): „Man kann meinen, dass (David) Cameron ein sehr schlechter Verteidiger der Union war – der konservative Regierungschef ist grundsätzlich ein Euroskeptiker, der nur sehr selten ein gutes Wort für die EU übrig hat. Man kann glauben, dass die Briten ein enormes Risiko auf sich nehmen. Es ist jetzt ihre Sache, sie haben sich entschieden, auf demokratische Weise. Sie haben ein Ende gesetzt nach 43 Jahren der Teilnahme an einem europäischen Projekt, das ihnen nicht schlecht bekommen ist. (...) Europa steckt einen Rückschlag historischen Ausmaßes ein.

Die 27 (verbleibenden EU-Staaten) können nicht anders als Konsequenzen zu ziehen. Das Schlimmste wäre, weiterzumachen wie bisher, mit einer Dynamik, die – ob zu recht oder zu unrecht – eher EU-Skeptizismus als EU-Enthusiasmus erzeugt.“

Kathimerini (Athen, Griechenland): „Die Stärke Europas ist die Einheit. Alles Andere (wie der Brexit) sind Fantasien eines Fieberwahns. Das „Klein-England“ wird – besonders wenn Schottland gehen würde – außerhalb Europas viel weniger Einfluss auf das Weltgeschehen haben. Aber auch für Europa ist der Schlag enorm.“

Der Standard (Wien, Österreich): „Das Pro-Brexit-Lager mag nun also nach dem definitiven Opt-out getrost ein neues Imperium aus Großmacht-Reminiszenzen und nationalen Fantastereien der Eigenständigkeit in einer globalisierten Welt errichten. An Brüssel liegt es währenddessen, London klarzumachen, dass draußen tatsächlich auch draußen meint – und zwar vor allem bei der Personen-, Kapital- und Warenfreiheit, dem Binnenmarkt also. Dabei geht es nicht darum, den Briten zu schaden. Vielmehr ist es nötig, den verbleibenden 27 Mitgliedern vor Augen zu führen, dass die Union eine politische Solidargemeinschaft und kein Selbstbedienungsladen vaterländischer Marodeure ist.“

Neue Zürcher Zeitung (Zürich, Schweiz): „Die lange, wechselvolle Geschichte der Beziehung Großbritanniens mit dem europäischen Einigungsprojekt endet mit einer Scheidung. Was diesem Sprung ins Ungewisse nach dem knappen Volksentscheid folgen wird, steht in keinem Drehbuch. Denn für sicher gelten kann momentan nur die durch den Brexit verursachte Verunsicherung.“

LN

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