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INTERNATIONALE PRESSESTIMMEN

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Das haben die Briten nicht verdient Viele europäische Blätter äußern sich zum Rückzug von Boris Johnson: De Tijd (Brüssel, Belgien): „Ebenso wenig wie andere aus ...

Das haben die Briten

nicht verdient

Viele europäische Blätter äußern sich zum Rückzug von Boris Johnson: De Tijd (Brüssel, Belgien): „Ebenso wenig wie andere aus dem ,Leave’-Lager hat Boris Johnson eine Antwort auf die Frage ,Was nun?’ Einmal mehr hat er sich vor allem als Sprücheklopfer erwiesen. Selbst bei seinen Mitstreitern hat er an Glaubwürdigkeit verloren. Die erlebten ihn nicht als den Mann mit dem Mut, als Premierminister des Vereinigten Königreichs offiziell den Antrag auf Austritt aus der EU einzureichen. Unterstützung aus dem Lager der EU-Befürworter bei den Konservativen hatte er ohnehin schon lange nicht mehr. (...) In den vergangenen Wochen ist klar geworden, was für ein Politiker Johnson wirklich ist: ein wortgewandter Lackaffe.“

L'Alsace (Mühlhausen, Frankreich): „In der britischen Meisterschaft der Mittelmäßigkeit hat David Cameron den Tanz eröffnet, indem er die Idee eines Referendums aus der Tasche holte, die 2014 kein anderes Ziel hatte, als ihn an der Macht zu halten. (...) Boris Johnson ist gestern desertiert und hat dabei Argumente vorgebracht, die niemanden überzeugen werden. Unter den Favoriten für Number 10 Downing Street bleiben eine Europaskeptikerin, die gegen den Brexit gestimmt hat, und ein Anhänger des Ausstiegs aus der EU, der Boris Johnson verraten hat. Letztlich gibt die britische politische Klasse ein Bild ab, wie sie es gestern noch von den Verantwortlichen der Europäischen Union zeichnete.“

Politiken (Kopenhagen, Dänemark): „Nichts auf der Welt ist so einfach, wie dagegen zu sein, und der Widerstand gegen die EU hat im Moment sehr breite Anziehungskraft in der Bevölkerung. Die Europäische Union ist derzeit nicht in einem demokratischen Idealzustand, und deshalb ist eine Kritik der Macht, die von Brüssel ausgeübt wird, legitim und notwendig. (...) Die Verantwortungslosigkeit der Nein-Sager erreichte in Großbritannien einen neuen Tiefpunkt, als die konservative Frontfigur in einer stark manipulativen Brexit-Kampagne, Boris Johnson, sich gestern entschied, sich der Verantwortung für das Nein zu entziehen, zu dem er selbst stark beigetragen hat.“

Libération (Paris, Frankreich): „Bis zum Ende hat Boris Johnson sich als Dilettant aufgeführt, als Politiker der kleinen Schritte (und der großen Worte), unfähig, zu den Konsequenzen seiner bissigen Handlungen und Erklärungen zu stehen. (...) Ehrlich, das haben die Briten nicht verdient. Innerhalb einer Woche ist – zu spät – eine sehr viel stärkere europäische Ader an den Tag getreten, als sie dachten. Und sie haben – ebenfalls zu spät – ein politisches Personal entdeckt, das deutlich weniger strukturiert vorgeht, als sie es sich vorgestellt hatten.“

Hospodarske noviny (Prag, Tschechien): „Zum großen Beweger der Geschichte wird Boris Johnson nun doch nicht. Seine Pläne für die Zeit nach dem Brexit waren ganz und gar nebulös. Mit dem Chef der euroskeptischen Partei Ukip, Nigel Farage, und anderen EU-Gegnern der Insel hatte er eine unheilige Allianz geschmiedet. In der heißen Phase der Referendumskampagne versprachen sie eine Menge Unsinn, von der Rückgewinnung Brüsseler Gelder für das Gesundheitswesen bis zur radikalen Begrenzung der Zuwanderung. Weder das eine noch das andere erweist sich nun als möglich. Doch am Ende hat sich gezeigt, dass der wichtigste Verbündete der Johnson-Gegner Johnson selbst ist – und seine Angst vor einer möglichen Niederlage.“

LN

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