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Die Türkei setzt alles aufs Spiel Kommentare europäischer Zeitungen zum angespannten Verhältnis zwischen Europa und der Türkei: Kommersant (Moskau, Russland): ...

Die Türkei setzt

alles aufs Spiel

Kommentare europäischer Zeitungen zum angespannten Verhältnis zwischen Europa und der Türkei:

Kommersant (Moskau, Russland): „Der Konflikt mit dem Westen treibt Ankara zu einer Annäherung an Moskau. Und auch Moskau spielt seine Karte aus: Durch die Wiederherstellung der Beziehungen zu Ankara erhält Moskau einen neuen Hebel, um Einfluss auf die Lage im Nahen Osten und anderen Regionen auszuüben und untergräbt zudem die westliche Koalition gegen Russland.“

Hospodarske noviny (Prag, Tschechien): „Das unausgesprochene Ultimatum scheint ein Schachzug zu sein, um präventiv die Forderung aus dem Ausland abzuschmettern, dass die Razzien gegen die Verantwortlichen für den Putsch nicht in massive Säuberungen unter Soldaten, Richtern und Journalisten nach vorbereiteten Listen ausufern dürfen. Anders gesagt: Wer dem türkischen Präsidenten, der in seinem Land massive Unterstützung genießt, etwas vorwerfen will, soll sich im Klaren darüber sein, dass Erdogan die Flüchtlingskarte ausspielen kann.“

Jyllands-Posten (Aarhus, Dänemark): „Was, um Himmels willen ist geschehen, dass sich Zehntausende, vielleicht Hunderttausende von Menschen, aufgewachsen in einem zivilisierten und liberalen Rechtsstaat, für einen verärgerten Sultan in Ankara begeistern? Haben sie in der Schule geschlafen? Haben sie zu viel Satelliten-Fernsehen geguckt? Waren sie zur Umschulung in religiösen Einrichtungen in der Türkei? (...) Wie würde Erdogan reagieren, wenn die Deutschen in der Türkei zu einer Massendemo in Istanbul aufriefen, um Angela Merkel zu huldigen?

Tages-Anzeiger (Zürich, Schweiz): „Dass das Verhältnis so zerrüttet ist, hat Erdogan sich in erster Linie selbst zuzuschreiben. An seiner Politik gibt es nichts zu beschönigen: Seit dem Putschversuch geht seine Regierung unverhältnismäßig hart gegen Zehntausende vor. Aber Europa und besonders Deutschland haben aus Sicht vieler Türken auch an Anziehungskraft verloren.“

Der Standard (Wien, Österreich): „Ein Land, in dem derzeit praktisch jeder auf Zuruf des Staatspräsidenten zum Terroristen erklärt werden kann, erfüllt nicht die EU-Standards für Visafreiheit. So einfach ist das. (...) Die Türkei setzt gerade alle Chancen auf enge Partnerschaft mit der EU aufs Spiel. Das grenzt bei einem Land, das ein riesiges Handelsbilanzdefizit aufweist (gut zehn Prozent aller Exporte gehen nach Deutschland), an Harakiri.“

LN

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