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Im Rathaus wartet eine Herkulesaufgabe

LEITARTIKEL Im Rathaus wartet eine Herkulesaufgabe

Politikverdrossenheit? Keine Spur davon gestern im Hansemuseum. Die LN-Leser-Konferenz sorgte für einen vollen Saal, das Video der Live-Übertragung erreichte Zehntausende.

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Von Gerald Goetsch

Politikverdrossenheit? Keine Spur davon gestern im Hansemuseum. Die LN-Leser-Konferenz sorgte für einen vollen Saal, das Video der Live-Übertragung erreichte Zehntausende. Und es ging richtig zur Sache zwischen den Bewerbern.

„Lübecks Wahlkampf hat Themen.

Und geht jetzt richtig los!

Am 5. November werden die Bürgerinnen und Bürger der Hansestadt an die Urnen gerufen. Zum dritten Mal in diesem Jahr. Für Lübeck ist es die wichtigste Richtungsentscheidung. Gestern wurde deutlich, was die Menschen in dieser Stadt von der Frau oder dem Mann erwarten, der Bürgermeister Bernd Saxe nach dann 18-jähriger Amtszeit ablöst: Einen Bürgerservice, der den Namen verdient. Weniger Stau auf den Straßen. Mehr Radwege und einen intelligent ausgebauten öffentlichen Nahverkehr. Eine modern und schnell arbeitende Verwaltung, die mit Investoren vernünftig umgeht. Und damit ist nur ein kleiner Teil der enormen Erwartungen benannt. Eine Herkulesaufgabe, um die man eigentlich niemanden beneiden kann.

Die gute Nachricht: Sechs Bewerber trauen sich den Job zu. Und der Wahlkampf an der Trave kann sich im Vergleich durchaus sehen lassen. SPD-Bewerber Jan Lindenau erntete lautstarken Beifall für seine Feststellung: „Das ist auf jeden Fall schon mal spannender als das Kanzler-Duell!“ Tatsächlich machte es Spaß, den Bewerbern zuzuhören.

Da sind zunächst die beiden „großen“ Kandidaten, denen am ehesten die Stichwahl zugetraut wird: Kathrin Weiher bewies im Hansemuseum, dass sie keineswegs gewillt ist, alle Fragen und Probleme der Stadt wegzulächeln. Im Endspurt schaltet die Kandidatin des bunten Bündnisses auch auf Angriff. Sie setzt auf einen pragmatischen Kurs und stellt die zentralen Renovierungsaufgaben innerhalb der Verwaltung in den Vordergrund. Kein Wunder, denn dort hat sie im Kreis der Bewerber die mit Abstand größte Erfahrung.

Spürbar auf Distanz zum Vorgänger geht Jan Lindenau, der nicht nur als SPD-Kronprinz wahrgenommen werden will. Der Bankkaufmann ließ erkennen, dass er die Verwaltung von außen betrachtet und sie zum Dienstleister umbauen will. Er vertraut dabei auf seine langen Erfahrungen im Dickicht der Kommunalpolitik.

In dieses Bild passt der Vorwurf, den gestern zwei unabhängige Bewerber erhoben: Dass Lübecks Kommunalpolitik von Filz und Desorganisation geprägt sei. Joachim Heising, der als Letzter seinen Hut in den Ring warf, kündigte einen harten Kurs im Rathaus an, blieb aber oft im Ungefähren. Detlev Stolzenberg sammelte gestern wohl die meisten Punkte in der Abteilung Angriff. Er zeichnete das Bild einer intransparenten Verwaltung, die die Bürger völlig unzureichend beteiligt. Thomas Misch von den Freien Wählern schlug dagegen moderate Töne an. Lübecks Wahlkampf hat Themen. Und geht jetzt richtig los!

Die ganze Debatte im Video finden Sie in zwei Teilen auf

facebook.com/LNOnline

Im Video: Was die Lübecker von ihrem Bürgermeister erwarten, sehen Sie unter http://bit.ly/BM-Umfrage

LN

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