Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 5 ° Regenschauer

Navigation:
Jetzt geht‘s um alles oder nichts

Der Wahlkampf ist auf den letzten Metern noch richtig spannend. Jetzt geht‘s um alles oder nichts

Ein gefühlter ziemlich langer Wahlkampf geht in die letzte heiße Phase. Das werden diejenigen begrüßen, die behaupteten, es sei bisher ein langweiliger Wettkampf gewesen.

Voriger Artikel
Der letzte Trumpf der FDP
Nächster Artikel
Überholte Moral

Von Dieter Wonka

Ein gefühlter ziemlich langer Wahlkampf geht in die letzte heiße Phase. Das werden diejenigen begrüßen, die behaupteten, es sei bisher ein langweiliger Wettkampf gewesen. Es wurde ja auch wenig über eine deutsche Außenpolitik ohne erkennbaren Rahmen gesprochen. Es ging kaum um eine Euro-Rettungspolitik, bei der den Bürgern gelegentlich angst und bange wurde. Zukunftskonzepte spielten so gut wie keine Rolle. Nur am Rande wurden teure Versprechungen thematisiert. Lang und breit wurde dafür über Merkels Raute, Steinbrücks Stinkefinger geklagt. Es ging um Fettnäpfchen, Halsketten und überflüssige private Botschaften. Jetzt aber ist es vorbei mit dem Wahlkampfstreit um Absurdes, mit Ausreden und Ablenkungsmanövern. Nun geht es wirklich um alles oder nichts. Die Grünen haben aus der Höhe der moralischen Selbstgerechtigkeit den Absturz auf Mittelmaß und Mittelmäßiges vor sich. Und dazu noch eine Führungsgeneration, die sich mit der Geschichte herumplagt und deren letztes Gefecht ansteht.

Für die FDP geht es um nichts weniger als um die Existenz. Man bettelt um Zweitstimmen. So wenig Selbstbewusstsein einer veritablen Partei mit einer großen programmatischen Tradition gab es schon lange nicht mehr. Es ist unwürdig, wie niedrig sich die FDP in diesen Stunden selbst taxiert. Auf offener Bühne attackieren sich mittlerweile Union und FDP. Von bürgerlicher Koalition kann da keine Rede mehr sein. Angstbeißer haben offenbar das Management übernommen. FDP-Politiker drohen der Kanzlerin mit baldigem Abgang, wenn das „Handelsgeschäft“ mit der Zweitstimme nicht im Sinne der FDP befolgt werde. Im Gegenzug spricht die Union von einer völlig verzweifelten liberalen Partei. Man macht sich lustig über vermeintliche Partnerschaftshilfe.

Nichts ist mehr von Langeweile in diesem Wahlkampf zu spüren. Sogar die SPD hat wieder den Mumm zu sagen, es gehe noch um was. Und weil mit der AfD eine unberechenbare Kraft noch lange nicht aus dem Spiel ist, wird sich die Wahlspannung jetzt Stunde um Stunde steigern. Für die Demokratie ist das nicht schlecht.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kommentar
Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

Daniel Günther ist offen für einen zusätzlichen Feiertag - welcher Tag sollte es werden?

Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!