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Kirche als Teil des Lebens

Weniger Austritte, mehr Ehrenamtler: Ist Kirche wieder „in“? Kirche als Teil des Lebens

Der Kirche sind ihre Schäfchen in den vergangenen Jahren in Scharen davongelaufen.

Der Kirche sind ihre Schäfchen in den vergangenen Jahren in Scharen davongelaufen. Das hatte vielerlei Gründe. Da waren die Missbrauchsfälle, in der Katholischen Kirche genauso wie bei den Protestanten. Einige davon spielten sich in Schleswig-Holstein ab, direkt vor unserer Haustür. Erst verschleierte die Kirche die Fälle, später verschleppte sie die dringend notwendige Aufklärung. Es waren Skandale, die das Vertrauen der Menschen in die Institution Kirche zutiefst erschütterten. Dann flog der Skandal um den Protz-Bischof von Limburg auf. Die Konsequenzen sprengten Konfessionsgrenzen. Und schließlich, als hätte die Kirche nicht genug aushalten müssen, wurde der Einzug der Kirchensteuer umgestellt. Beste Gelegenheit, diesen Verein ein für allemal zu verlassen.

 

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Von Curd Tönnemann

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Erste Soziologen übten sich im Countdown bis zum Untergang der christlichen Kirche.

Jetzt bahnt sich offenbar eine Wende an, noch ist es ein ganz zartes Pflänzchen. Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, oftmals spontan, kehren vermehrt zurück. Es ist keine Massenbewegung, aber die vielen Einzelfälle sind bemerkenswert. Ehrenamtler stehen der Nordkirche in einem Maße zur Verfügung wie lange nicht mehr. Nicht nur in der Flüchtlingshilfe. Zu behaupten, Kirchenmitglied zu sein, sei wieder „in“, das wäre vielleicht verfrüht. Aber es hat den Anschein, dass das Schäfchenzählen den Verantwortlichen der Kirchen bald wieder mehr Spaß machen könnte.

Kirche muss kein Auslaufmodell sein. Sie hat Zukunft, wenn sie sich einmischt. Wenn sie Stellung bezieht, das Wort ergreift. Laut und mächtig wie das Geläut ihrer Glocken in den Türmen. Nicht gestrig, sondern tagesaktuell. Dann ist Kirche dicht dran an den Menschen, an ihren Sorgen, Nöten, Ängsten, an ihrem Alltag. Der Papst – man mag zu dieser Institution stehen, wie man will – macht es vor. Der aktuelle Oberhirte von Rom mischt sich ein, will Stachel im Fleisch der Politik, der Gesellschaft sein, in einer Welt, die anscheinend immer wirrer wird. Sein Wort hat Gewicht. Die Protestanten, die eigentlich als diskussionsfreudig und weltoffen gelten, sollten da nicht zurückstehen – so kurz vor dem Luther-Jubiläum schon gar nicht. Also!

Kern der Begegnung von Kirche mit seinen Mitgliedern bleibt der Gottesdienst, so eine Art Vollversammlung. Auch auf diesem Feld hat Kirche gelernt. Sie bietet eine bunte Vielfalt an, gemeinsam zu feiern. Für jeden das Richtige. All you can pray. Dabei hat Kirche begriffen, dass die Feier des Gottesdienstes nicht unbedingt Zirkus und Tralala sein muss, um als modern zu gelten. Damit verprellt sie nämlich ihre treue Kundschaft. Heißt: Auch Traditionen zu pflegen, gehört zum Geschäft, kann zukunftsweisend sein.

Am Ende zählen die Menschen, die Kirche ausfüllen. Das sind nicht nur Pastoren. Es sind alle, die an ihr mitgestalten. Schön, dass die Zahl der Ehrenamtler wächst. Berichte Seiten 1 und 8

LN

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