Volltextsuche über das Angebot:

14 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Klare Ansage

Wie soll die Energiewende nach der Wahl weitergehen? Klare Ansage

Deutschland will die Energiewende. Anders lassen sich die Umfragewerte, nach denen 93 Prozent der Bürger den Ausbau erneuerbarer Energien wichtig oder außerordentlich wichtig finden, ...

Voriger Artikel
Überholte Moral
Nächster Artikel
Die Angst vor dem billigem Geld

Von Harald John

Deutschland will die Energiewende. Anders lassen sich die Umfragewerte, nach denen 93 Prozent der Bürger den Ausbau erneuerbarer Energien wichtig oder außerordentlich wichtig finden, nicht interpretieren. Mehr als zwei Jahre nach der Katastrophe von Fukushima ist der Rückenwind für Strom aus Wasser, Wind und Sonne ungebrochen, so gut wie niemand möchte zurück zu Atomkraft oder Kohle.

So gesehen haben es die Lobbyisten der Umwelt- und Naturverbände einfach, gegen eine Wende der Wende zu protestieren.

Zu simpel aber ist es, pauschal gegen einen weiteren Anstieg der Strompreise zu wettern. Natürlich ist es legitim, auf eine gerechte Kostenverteilung und hohe Gewinne der Strommonopolisten zu verweisen. Aber die geforderte dezentrale Stromerzeugung allein wird die Preise nicht senken. Naiv wäre es auch zu glauben, dass mit einem Windrad in jedem Vorgarten der Strombedarf der fünftgrößten Wirtschaftsmacht der Welt zu befriedigen ist. Es geht um jene dunklen und windstillen Momente, wenn die Stromlast unvermindert hoch bleibt und der Blackout droht.

Aber auch auf dem Feld der erneuerbaren Energien gibt es Fehlentwicklungen, bei denen die Politik gegensteuern muss. Was etwa ist von Biogas-Anlagen in Mecklenburg-Vorpommern zu halten, die mit Import-Mais aus Polen gefüttert werden?

Fortsetzung der Energiewende, maßvoller Ausbau der erneuerbaren Stromquellen und Kampf gegen ausufernde Preise — damit sind die Aufgaben der nächsten Bundesregierung beschrieben. Die SPD hat angekündigt, einen eigenen Energieminister zu stellen, Grüne denken ähnlich. Auch das schwarz-gelbe Lager wird umdenken. Die Liberalen sind froh, wenn sie überhaupt weiter mitregieren können. Eine Blockade von CDU-geführtem Umweltministerium und FDP-gesteuertem Wirtschaftsministerium wird sich nicht wiederholen. Kanzlerin Merkel hat die Energiewende als eines ihrer wichtigsten Reformprojekte bezeichnet. Eine deutlich geschwächte FDP könnte ein neues, effektives Energieministerium unter CDU-Führung dann nicht mehr verhindern.

LN

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Berlin
Angekettet an Gleisen: Ein Greenpeace-Aktivist protestierte in dieser Woche gegen den vom Energiekonzern Vattenfall geplanten Braunkohleabbau in Welzow-Süd (Brandenburg). Greenpeace will mit der Aktion den Transport von Braunkohle zum Kohlekraftwerk Schwarze Pumpe blockieren.

Die Wirtschaft will keine neuen Windräder. Die Ökobranche warnt vor einer Kohlewende. Viel Zündstoff für die Zeit nach der Wahl.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Kommentar
Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

Sollte die Direktwahl von Bürgermeistern abgeschafft werden?

Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den November 2017 zu sehen!