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Der rot-weiße Dannebrog flattert im Wind, naive Kunst prangt auf Tapeten oder Tellern, das Sommerhaus liegt idyllisch in den Dünen und ein seichter Film mit der ...

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Von Christopher Steckkönig

Der rot-weiße Dannebrog flattert im Wind, naive Kunst prangt auf Tapeten oder Tellern, das Sommerhaus liegt idyllisch in den Dünen und ein seichter Film mit der Olsen-Bande flimmert im Fernsehen – das ist Dänemark! Wirklich? Das Bild von unserem nördlichen Nachbarn, den wir doch eigentlich gut so kennen müssten, mit dem wir sogar schon Krieg geführt haben, ist immer noch sehr klischeebehaftet.

„Das kleine Land an Nord- und Ostsee hat sich gewaltig gemausert.

„Made in Denmark“ ist mittlerweile ein absoluter Exportschlager – weltweit.

Gemütlich, angepasst, vielleicht sogar etwas langweilig kommt er rüber, der radelnde Wikinger, lebt in den Tag hinein und entwickelt wenig bis gar keinen Ehrgeiz.

Stopp, das reicht! Auf den zweiten Blick hat sich das kleine Land an Nord- und Ostsee in den vergangenen Jahrzehnten gewaltig gemausert. „Made in Denmark“ ist mittlerweile ein absoluter Exportschlager – weltweit. Ein paar Beispiele gefällig? Eine kreative Spitzenküche, die Jahr für Jahr Preise abräumt, Filme oder TV-Serien, die sich deutsche Produktionsgesellschaften zum Vorbild nehmen könnten und sollten, oder Modelabels, die längst auf den Laufstegen in Mailand, Paris und New York zu Hause sind. Vom „Dansk Design“, das sich längst nicht mehr auf Lampen, Stühle oder Uhren reduzieren lässt, mal ganz abgesehen.

Das gestiegene Selbstbewusstsein macht sich aber auch im Umgang mit den europäischen Partnern bemerkbar. Dänemark ist nicht mehr der nette Nachbar, der alles mit sich geschehen lässt. Dänemark will im Konzert der Großen mitspielen, ernstgenommen werden. Das hat sich bei der Währungsunion (die Krone ist wie das Königshaus heilig) oder zuletzt im Konflikt um die wiedereingeführten Grenzkontrollen inklusive Wartezeiten gezeigt. Das nervt uns Schleswig-Holsteiner natürlich besonders. Und das mag man befremdlich oder sogar fremdenfeindlich finden – für die Einwohner ist es das nicht, sondern ein Stück wiedergewonnene Sicherheit.

Aus dieser Sicherheit heraus lässt es sich viel unbeschwerter leben. Auch auf der Arbeit, ein weiterer wichtiger Baustein des Systems. In Dänemark sind alle Jobs gleich wichtig, hier wird nicht zwischen Spitzenmanager oder Busfahrer unterschieden. Im Idealfall können sich sogar beide ein Haus leisten, ihre Freizeit genießen, dem süßen Nichtstun frönen und regelmäßig die glücklichsten Menschen der Welt sein – einfach hyggeligt!

LN

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