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Lübeck kann Wahlkampf

LEITARTIKEL Lübeck kann Wahlkampf

Der Ton wird schärfer, die Positionen klarer. In drei Wochen wählt Lübeck einen neuen Bürgermeister.

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Von Christopher Steckkönig

Der Ton wird schärfer, die Positionen klarer. In drei Wochen wählt Lübeck einen neuen Bürgermeister. Und von der Langeweile, die Albig, Merkel, Weil oder Althusmann (tatsächlich wählt Niedersachsen heute einen neuen Landtag!) in Bund und Ländern bei ihren Wahlkämpfen verströmten, ist in der Hansestadt nichts zu spüren. Hier wird tatsächlich gekämpft: Heising gegen Weiher, Weiher gegen Saxe, Stolzenberg gegen Lindenau. Die Kandidaten sind präsent, streiten sich um eine verhinderte Eltern-Aktion in einer Kita, die Kulturhauptstadt-Bewerbung oder um eine Internet-Adresse. Das sind jetzt nicht die entscheidenden Probleme, die ein neuer Bürgermeister zu lösen hat. Aber auch auf Nebenschauplätzen zählt jeder Prozentpunkt.

„Der Platzhirsch geht,

sechs frische Gesichter

mit neuen Ideen und anderen Themenschwerpunkten

wetteifern um sein Erbe.

Was den Rathauschef-Anwärtern wichtig ist, wird von Tag zu Tag deutlicher. Kathrin Weiher setzt sich für ein besseres Online-Angebot, für einen Bürgerservice in den Stadtteilen und zwei Radschnellwege ein. Wie die parteilose Senatorin das alles finanzieren will, verrät sie leider nicht. Auch SPD- Kandidat Jan Lindenau hat den Bürgerservice (jetzt wieder) fest auf seiner Agenda, will die alten Büros sofort aufmachen und langfristig fünf Stadtteilhäuser einsetzen. Eine digitale Strategie der Hansestadt und ein Fahrrad-Parkhaus am Bahnhof liegen ihm ebenfalls am Herzen. Und Detlev Stolzenberg? Der unabhängige Bewerber will für mehr Sicherheit in der Stadt sorgen, die Sozialarbeit verstärken und eine Toilette an der Marienkirche aufstellen, um das Wildpinkeln zu beenden. Wer Lübeck als neue Bundeshauptstadt sieht, muss Ali Alam wählen, wer mit dem Slogan „Mut, Maß und Mitte“ etwas anfangen kann, der votiert für Thomas Misch. Und Joachim Heising kündigt schon mal einen harten Kurs im Rathaus an. Alles klar.

Man kann den Abgang von Bernd Saxe nach 18 Jahren bedauern, er hat viel geleistet, aber auch viel versäumt. Man kann ihn aber auch als Chance für Lübeck begreifen. Der Platzhirsch geht, sechs frische Gesichter mit neuen Ideen und anderen Themenschwerpunkten wetteifern um sein Erbe. Und nicht zuletzt profitiert auch der Bürger von diesem Angebot. Der Hansestädter hat am 5. November an der Wahlurne echte Alternativen. Und was in Zeiten von Trump, Obergrenze und Rechtsruck auch erwähnenswert ist: Bislang blieben persönliche Beleidigungen aus, ausländerfeindliche Töne sind gar nicht zu hören. Das ist gut so – und muss in den kommenden drei Wochen auch so bleiben. Lübeck kann nämlich Wahlkampf!

LN

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