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Mäßig und trotzdem gut

Das TV-Duell war kein Straßenfeger, aber schärfte den Blick. Mäßig und trotzdem gut

Spannender als jedes Champions League Spiel werde das TV-Duell, hatte Peer Steinbrück in der Vorwoche auf einer Wahlveranstaltung verkündet. Na ja, da werden wohl selbst Fußball-Muffel widersprechen.

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Von Arnold Petersen

Spannender als jedes Champions League Spiel werde das TV-Duell, hatte Peer Steinbrück in der Vorwoche auf einer Wahlveranstaltung verkündet. Na ja, da werden wohl selbst Fußball-Muffel widersprechen.

Ein Straßenfeger waren die 90 Minuten nicht. Die Kanzlerin und ihr Herausforderer antworteten am liebsten auf Fragen, die gar nicht gestellt wurden. Und das Moderatoren-Quartett schaffte es meist nicht, sie daran zu hindern. Auf weiten Strecken spulten Angela Merkel und Peer Steinbrück schlichtweg ihre Botschaften ab.

Allerdings kann das der SPD-Mann besser als die Amtsinhaberin von der CDU. Einmal warmgelaufen, formulierte Steinbrück kurz und griffig. Er zeigte sich offensiv und nagelte die ausweichende Kanzlerin bissig auf ein klares Nein zu den Mautplänen der Schwesterpartei CSU fest. Steinbrück gestattete sich sogar einen Schuss Selbstironie, als es um die Angemessenheit von Politikergehältern ging. Und Merkel? Sie stellte wieder einmal unter Beweis, dass sie keine feurige Rednerin ist, sich aber durch nichts aus der Ruhe bringen lässt — auch nicht durch ein holpriges Schlusswort. Sie wünschte noch einen schönen Abend. Und das war es.

Die munteren Momente verdankte das Duell dem SPD-Kandidaten, der seiner Rolle als Herausforderer gerecht wurde und dem Parallel-Duell, das Unterhaltungskönig Stefan Raab („King of Kotelett“) mit dem Moderatoren-Establishment austrug. Mit seinen Flapsigkeiten durchbrach Raab das steife Ritual, ohne dass die Sendung in Klamauk abglitt.

Mit dem Duell dürfte Steinbrück das Zerrbild vom großen Wahlkampf-Tölpel abgeschüttelt haben. Dass er laut Umfragen besonders bei den noch Unentschlossenen punkten konnte, macht seinen Genossen verständlicherweise Mut. Aber auch Frank-Walter Steinmeier schlug sich 2009 im TV-Duell respektabel — und landete bei blamablen 23 Prozent. Eine Fernsehsendung verändert eben nicht die politische Grundströmung. Die ist alles in allem von Zufriedenheit mit der Kanzlerin geprägt. Aber das Duell hat hoffentlich das Interesse an der Wahl gesteigert. Sollte das gelungen sein, war es vielleicht doch ein Knüller. Berichte Seite 4

LN

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