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LEITARTIKEL Mehr Sicherheit um der Menschen willen

Die Haustür aufgehebelt, Zimmer verwüstet, Schranktüren aufgerissen: Der Schock bei Einbruchsopfern sitzt tief.

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Von Nick Vogler

Die Haustür aufgehebelt, Zimmer verwüstet, Schranktüren aufgerissen: Der Schock bei Einbruchsopfern sitzt tief. Doch es sind nicht nur materielle Werte, die bei einem solchen Verbrechen zerstört werden oder abhanden kommen. Dass Fremde in die Privatsphäre eindringen, ins geschützte Heim, ist ein Angriff auf die Seele, der Wunden schlägt. Die erschreckend hohen Fallzahlen gehen jetzt zurück, das ist eine gute Nachricht. Ganz offenbar zeigen die Anstrengungen, die Kreise von Einbrecher- und Diebesbanden nachhaltig zu stören, endlich Wirkung. Nachlassen dürfen die Bemühungen trotzdem nicht – und die frischgebackene Jamaika-Koalition hat sich das Thema Sicherheit mit Großbuchstaben auf die Fahnen geschrieben. Gut so.

„Dass die Zahl der Einbrüche sinkt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufklärungquote nach wie vor erschreckend gering ist.

Dabei profitieren Ministerpräsident Günther und seine Kollegen jetzt von damals umstrittenen Maßnahmen der Vorgängerregierungen. Reflexartig haben Datenschützer noch vor knapp einem Jahr die verdachtslosen Kontrollen als untauglich im Kampf gegen Einbrecher gegeißelt und die Ausweisung von sogenannten Gefahrengebieten kritisiert. Die Praxis beweist das Gegenteil.

Allerdings forderte auch die Opposition schon damals den Einsatz von Sonderermittlern. Deren Arbeit trägt inzwischen ebenso wie ein gerade aufgestocktes Förderprogramm des Landes zum Einbruchsschutz dazu bei, dass Einbrechern das Werk erschwert wird und ihre Taten schärfer verfolgt werden können.

Günther hatte im Wahlkampf richtig erkannt, dass er mit dem Thema Sicherheit beim Bürger punkten kann, und 500 zusätzliche Polizisten versprochen. Nun lässt sich dieses zusätzliche Personal nicht ohne weiteres rekrutieren. Die benötigten Polizisten müssen erst ausgebildet werden – es kann also noch dauern, bis die versprochene Verstärkung tatsächlich zur Verfügung steht. Bis dahin sollten Ansätze weiter verfolgt werden, mit denen die Beamten und Bürger im Einsatz gegen Einbrecher weitere Unterstützung bekommen können. Dass die Zahl der Taten sinkt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Aufklärungsquote solcher Verbrechen nach wie vor ernüchternd gering ist und in verschiedenen Regionen bei weit unter zehn Prozent liegt.

Die Regierung Günther wird sich künftig daran messen lassen müssen, wie sie bei ihren zentralen Themen voran kommt. Es wäre gut fürs Land, wenn sich bei den großen Verkehrsprojekten Autobahnbau und Erhalt der Straßen schnell etwas tut. Oder wenn eine Schulreform in Richtung G9 gelingt, mit der die meisten Beteiligten gut leben können.

Der Kampf gegen das Verbrechen aber wird von den Menschen als besonders wichtig gesehen. Und da geht es überhaupt nicht darum, Erfolge um des Erfolgs willen zu erzielen. Sondern da ist das Land den Bürgern Ergebnisse schuldig – auch gerade denen, die bereits Opfer geworden sind.

LN

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