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Nicht zurückweichen!

Kommentar zum Übergriff von Oersdorf Nicht zurückweichen!

Was ist das bloß für ein Staat, in dem Volksvertreter eingeschüchtert werden, niedergeschlagen werden, mutmaßlich weil sie schwachen Menschen helfen wollen? Was ist das schon wieder für ein Land! Als gäbe es aus deutscher Geschichte nichts zu lernen. Es ist so beschämend.

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Ein Kommentar von Curd Tönnemann

Sagen wir es nach dem feigen Angriff auf den Oersdorfer Bürgermeister, nach Drohungen gegen Gemeindemitglieder in aller Deutlichkeit: Dieser Staat muss sich wehren. Seine Bürger müssen aufstehen.

Fremdenfeindlichkeit – dieses Motiv liegt in Oersdorf nahe – darf in Reihen von Demokraten keinen Platz haben. Gewalt kann kein Mittel politischer Einflussnahme sein. Was wäre sonst die Folge?

Eingeschüchterte Parlamentarier, die sich den tumben Drohungen von Extremisten beugen? Bürger, die sich aus Angst nicht mehr für das Gemeinwohl engagieren? Das wäre das Ende von Demokratie.

Die Strafverfolger sollten mit aller Härte und Konsequenz vorgehen. Denn sonst kann Oersdorf morgen überall sein. Vorbild für Chaoten womöglich. Hoffen wir auf schnelle Aufklärung.

Oersdorf weckt Erinnerungen an den Brandanschlag im lauenburgischen Escheburg, ein idyllisches Fleckchen Erde, in dem sich die Bewohner weit weg von allen rassistischen Tendenzen fühlten. Bis das Undenkbare in ihrer Mitte passierte. Nein, aus den eigenen Reihen könne der Täter nicht kommen, lautete die erste Reaktion der Escheburger vor anderthalb Jahren. Eine Täuschung. Es war der biedere Nachbar des angezündeten Flüchtlingshauses, der einen Molotowcocktail in die noch unbewohnte Unterkunft geworfen hatte. Aus Angst vor dem Fremden? Vor allem aus bodenloser Dummheit. Die Gemeinde reagierte großartig, gab 15 000 Euro für Willkommenskultur aus. Nachahmenswert.

Den Bürgern von Oersdorf ist zu wünschen, dass sie angesichts der Attacken, der Bombendrohungen standhaft bleiben, nicht zurückweichen, gerade jetzt Zivilcourage beweisen. Wir stehen an ihrer Seite.

Und sollten dafür sorgen, dass das Klima in diesem Land nicht weiter vergiftet wird. Mit jedem Wort, in jeder Diskussion.

Die Politik? Sie darf sich nicht darauf beschränken, Abscheu und Entsetzen für den Einzelfall zu empfinden. Sie muss sich fragen, warum es in diesem Staat wieder so weit ist, dass Häuser angezündet werden, in denen Menschen wohnen, die aus brennenden Häusern zu uns geflüchtet sind. Dass Asylunterkünfte in Flammen aufgehen und Menschen dazu Beifall klatschen. Rostock-Lichtenhagen: Hätten wir je geglaubt, so etwas könnte sich wiederholen? Heute ist es leider beinahe an der Tagesordnung.

Irgendetwas muss schiefgelaufen sein. Haben wir uns in Demokratie eingehüllt wie in eine Kuscheldecke, die wärmt, ohne dass wir etwas dazutun? Funktioniert scheinbar, ohne dafür zu kämpfen.

Vielleicht wäre das mal eine Diskussion wert.

Ein Kommentar von Curd Tönnemann

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