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Selbst ist die Frau

Weibliche Führungskräfte in der Zwickmühle Selbst ist die Frau

Heute ist Internationaler Frauentag. Für die Frau gibt es da auf Empfängen ein Glas Sekt und wenn es gut läuft vielleicht eine Rose. Aber gibt es einen Grund zum Feiern?

Heute ist Internationaler Frauentag. Für die Frau gibt es da auf Empfängen ein Glas Sekt und wenn es gut läuft vielleicht eine Rose. Aber gibt es einen Grund zum Feiern?

 

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Von Ulrike Demmer

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Derzeit ist nur jede vierte Führungsposition in Deutschland mit einer Frau besetzt. Genau so wenig wie vor zehn Jahren. In den 160 Dax-notierten Unternehmen liegt der Frauenanteil in Aufsichtsräten bei rund 20 Prozent und in den Vorständen bei rund fünf Prozent. Die Differenz zwischen den Löhnen für Männer und Frauen ist in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen europäischen Land.

Empörung lösen solche Meldungen nicht aus. Es fühlt sich so an, als hätte sich die Mehrheit der Frauen längst mit der Ungerechtigkeit arrangiert. So manche glaubt vielleicht, es liege am eigenen Unvermögen. Aber wie lässt sich die Ungerechtigkeit abstellen?

Seit Jahren gilt die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Karriere als Hauptgrund für den Frauenmangel in den Chefetagen. Doch mit Kitas und Teilzeitangeboten allein werden Frauen die gläserne Decke nicht durchbrechen. Das Problem: Gleiches Verhalten und gleiche Leistung von Mann und Frau wird unterschiedlich bewertet. Ein Experiment mit Orchestermusikern hat dies gezeigt. Wissenschaftler der Universitäten Harvard und Princeton fanden heraus, wie sich das Probespiel hinter einem Vorhang auf die Chancen weiblicher Bewerber um die Stellen in einem Orchester auswirkt. Das Ergebnis: In der ersten Runde erhöht sich die Erfolgsquote um 50 Prozent. In der Finalrunde obsiegen gar 300 Prozent mehr Frauen, nur weil sie hinter dem Vorhang musizierten.

Rollenklischees und Stereotype in den Köpfen bestimmen, wie Frauen und Männer wahrgenommen werden — auch auf der Karriereleiter. Die Rollenerwartungen an einen Mann stimmen mit den Rollenerwartungen an eine Führungskraft überein. Für Frauen gilt das nicht. Weibliche Führungskräfte stecken in der Image-Zwickmühle: Handeln sie durchsetzungsstark, also „typisch männlich“, gelten sie als unsympathisch. Verhalten sich Frauen hingegen „typisch weiblich“, also eher kooperativ und empathisch, traut ihnen der Chef die Führungsrolle gar nicht erst zu.

Ein weiteres Hindernis: Die berufstätige Frau hat nur wenig Unterstützer. Männer fördern Männer. Die Wahl für einen Kandidaten wird oft unbewusst geleitet von der Ähnlichkeit des Bewerbers, denn Bekanntes ist vertraut und schafft ein gewisses Wohlbefinden. Die Industriegewerkschaften, überwiegend männlich besetzt, haben sich für unzählige Verbesserungen in der Arbeitswelt eingesetzt:

Weiterbildung, Toilettenpausen, Bürostühle. Die Anliegen von Frauen spielten kaum ein Rolle.

Wer auf den Gesetzgeber hofft, der wird ewig warten. Daher bleibt nur eines: Frauen müssen selbst aktiv werden, sich besser verkaufen, stärker vernetzen und gemeinsam für ihre Interessen einsetzen.

LN

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