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Stille Nacht in Kiel?

Der Weihnachtsfriede an der Förde wird nicht lange halten. Stille Nacht in Kiel?

In Kiel brannte der Baum — bildlich gesprochen. Die festlich geschmückte Tanne im Foyer des Landeshauses stand nicht in Flammen. Von vorweihnachtlichem Frieden konnte dennoch keine Rede sein.

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Von Gerald Goetsch

In Kiel brannte der Baum — bildlich gesprochen. Die festlich geschmückte Tanne im Foyer des Landeshauses stand nicht in Flammen. Von vorweihnachtlichem Frieden konnte dennoch keine Rede sein. Ganz unchristlich waren Umwelt- und Verkehrsminister dieser Tage übereinander hergefallen. Der Streit zwischen Robert Habeck und Reinhard Meyer lässt ahnen, dass es an der Förde nicht still bleiben wird.

Der Norden wählt zwar erst im Frühjahr 2017 — spätestens im nächsten Herbst werden die Akteure im Wahlkampfmodus sein. Und manch einer ist schon jetzt in eigener Sache unterwegs.

In der Tat belauern sich sowohl die Minister und auch die Beamten der beiden Ministerien misstrauisch. Im Verkehrsministerium hält man die Umweltleute für Bremser. Habeck soll zudem pikiert gewesen sein, weil das Wirtschaftsministerium kürzlich eine recht erfolgreiche Pressekonferenz zu einem Energiethema gegeben hat, obwohl das Habecks Revier ist. Die Attacke gegen Meyer war wohl auch ein Revanchefoul eines Beleidigten.

Genau dieser Umstand, Habecks ausgeprägter Sinn zur Selbstinszenierung, könnte die Koalition 2016 weiter belasten. Denn für den smarten Grünen beginnt der Wettbewerb um die Bundes-Spitzenkandidatur, der Ende 2016 entschieden wird.

Bei den Landesgrünen wird derweil der Kampf um die Spitzenposition entbrennen. Eigentlich fällt sie Monika Heinold zu, die aber nun nicht gerade Grünen-typische Themen vertritt. Eka von Kalben gilt als Fraktionschefin als blass, kann sich gegen Stegner und Lars Harms nicht durchsetzen, will aber trotzdem die Spitzenkandidatur beanspruchen. Sie dürfte Unterstützung von den jungen linken Grünen um Rasmus Andresen bekommen, die eine allzu schwarz-grüne Ausrichtung der künftigen Fraktion verhindern wollen. Die Lübecker Grünen sind im Landesverband nach der Bornkamp-Geschichte ohnehin verbrannt. In Kiel laufen sich hingegen junge Grüne wie die 24-jährige Fraktionschefin Lydia Rudow warm.

Überhaupt geben die Jungen Gas. Bei der CDU wollen die JUler gleich drei Direktwahlkreise besetzten — die Union schickt ja derzeit nur Direktkandidaten ins Landesparlament. Viele Wahlkreise werden frei, weil alte Haudegen wie Rainer Wiegard oder Volker Dornquast nicht mehr antreten werden. Entscheidend für die Wahlchancen der Union wird sein, wie die mächtigen Männer miteinander klarkommen:

Wird Parteichef Ingbert Liebing auch Spitzenkandidat? Oder zieht Fraktionschef Daniel Günter doch noch an ihm vorbei?

Die SPD starrt derweil gespannt auf Ralf Stegner und wie er sich wohl entscheiden mag: Noch mal Kiel oder Berlin? Geht Stegner, wird das große Stühlerücken beginnen. Doch wer in der Partei soll in die Fußstapfen dieses Lautsprechers treten?

Schon jetzt ist sicher: Langweilig wird es im neuen Jahr im Kieler Landeshaus ganz sicher nicht.

LN

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