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Thomas Bach muss Farbe bekennen

Es gibt große Erwartungen an den neuen IOC-Chef. Thomas Bach muss Farbe bekennen

Der neue IOC-Präsident heißt Thomas Bach — das war nicht anders zu erwarten. Nicht mal die letzten Attacken kurz vor der Wahl, ...

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Von Jürgen Rönnau

Der neue IOC-Präsident heißt Thomas Bach — das war nicht anders zu erwarten. Nicht mal die letzten Attacken kurz vor der Wahl, die sein Schweizer Konkurrent Denis Oswald führte und die sich auf Bachs Lobbyarbeit in der arabischen Welt bezogen, konnten daran etwas ändern. Bach hat jahrelang auf das höchste olympische Amt hingearbeitet, am Ende hat er den Job bekommen, den er immer gewollt hat. Der Jurist, ehemaliger Fechter und aktuelles FDP-Mitglied, hat auf seinem Weg stets vermieden, allzu deutlich Position zu beziehen. Das war taktisch geschickt. Gratulation also.

Jetzt aber muss Thomas Bach Farbe bekennen — vom mächtigsten Sportführer der Welt wird das erwartet. Und die Themen, um die es geht, sind heikel. Bereits Anfang 2014 wird es ernst für Bach:

Olympische Winterspiele im russischen Sotschi — in einem Land, in dem die öffentliche Darstellung von Homosexualität unter Strafe steht, und das schon mal gedroht hat, die Gesetze werden auch während der Spiele nicht außer Kraft gesetzt. Das hat eine sehr kontroverse Diskussion in Gang gebracht, in der der bisherige IOC-Präsident Jacques Rogge eine sehr unglückliche Figur gemacht hat. Dazu fehlt bisher eine glasklare Aussage von Bach. Und natürlich gibt es weiterhin die anderen Dämonen: Doping, Korruption, Wettbetrug . . .

Und dann stellt sich die Frage. Was bedeutet die Bach-Wahl eigentlich für Deutschland? Der neue IOC-Boss war ja schließlich bisher auch Präsident des DOSB, des Dachverbandes aller Sportarten. Von diesem Amt tritt Bach nun zurück, und er hinterlässt kein bestelltes Feld, niemand reißt sich um den Posten, kein Nachfolger wurde erkennbar aufgebaut. Dabei geht es zum Beispiel um eine Olympia-Bewerbung Münchens für die Winterspiele 2022. Die Zeit drängt. Und es wird keinen Bach-Bonus geben. Eher das Gegenteil könnte der Fall sein. Schließlich soll nicht der Anschein erweckt werden, ein deutscher Olympia-Kandidat bekomme den Zuschlag für die Spiele nur wegen des engmaschigen Netzwerkes des deutschen IOC-Chefs. Aber vielleicht gelingt es dem Taktikfuchs ja auch, diese Sorgen zu zerstreuen. Zuzutrauen ist ihm das.

LN

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