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Unternehmen bauen auf Lübeck

Die Wirtschaft glaubt an Zukunftschancen der Hansestadt. Unternehmen bauen auf Lübeck

Es ist noch nicht sehr lange her, da haben Unternehmen Lübeck den Rücken gekehrt. Zu weit ab vom Schuss, keine gute Verkehrsanbindung, nicht genügend Fördermittel – so lauteten die Argumente.

Es ist noch nicht sehr lange her, da haben Unternehmen Lübeck den Rücken gekehrt. Zu weit ab vom Schuss, keine gute Verkehrsanbindung, nicht genügend Fördermittel – so lauteten die Argumente. In Zeiten der Globalisierung, so schien es, bedeutete Standorttreue etwas Verstaubtes, eine romantische, aber überkommene Idee, die das Wachstum einer Firma hemmt. Das hat sich als falsch erwiesen. Seit einigen Jahren ist ein Stimmungswandel spürbar. Viele der Unternehmen, die die Lübecker Wirtschaft prägen, wissen, wie wertvoll ihr Standort ist und was sie an ihm haben.

 

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Von Christian Risch

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Und sie bauen auf Lübeck. Das jüngste Beispiel ist Niederegger. Die Traditionsfirma, die das Holstentor im Logo trägt und Marzipan auf der ganzen Welt verkauft, baut ihre Produktionsflächen am Stammsitz kräftig aus. Das Familienunternehmen sieht diese Großinvestition ausdrücklich auch als Bekenntnis zur Heimatstadt. Es gibt viele weitere Beispiele der letzten Zeit, die das untermauern. Die aufstrebende Firma SLM Solutions baut für ihre 3-D-Drucker ein ganz neues Werk in Lübeck. Auch Drägers Zukunftsfabrik für 70 Millionen Euro in der Revalstraße oder das neue Technologie-Center der Firma Baader Maschinenbau fallen darunter. Die Firma Brüggen baut kräftig am Hafen, die Bir-Group errichtet eine neue Firmenzentrale – um nur einige Beispiele zu nennen. Und die Schwartauer Werke, die die Lübecker Silhouette im Firmenlogo tragen, wollen ebenfalls in Sichtweite der sieben Türme bleiben.

Natürlich investiert niemand nur aus bloßer Heimatverbundenheit in einen Standort. Aber gerade deshalb sind diese Großprojekte um so erfreulicher. Diese Investitionen zeigen: Die Unternehmen sind überzeugt vom Standort und von der Möglichkeit, hier weiter wachsen zu können. Sie glauben daran, hier in Lübeck die richtigen Bedingungen zu haben, um Fachkräfte zu gewinnen und ihre Produkte gut zu vermarkten. Das ist, nebenbei, auch eine Anerkennung und ein Grund zur Freude für den Bürgermeister und seine Verwaltung.

Die Firma Niederegger hat noch ein anderes Zeichen gesetzt. Während viele Unternehmer händeringend Nachfolger suchen, hat das Familienunternehmen diese Frage frühzeitig gelöst. Die beiden Töchter der Inhaber sind seit Anfang des Jahres in der Geschäftsführung, in den kommenden Jahren werden sie zu viert die Geschicke des Unternehmens leiten. Das ermöglicht einen reibungslosen Übergang von der älteren auf die jüngere Generation.

Tausende Unternehmer im Norden stehen vor der Frage, in welche Hände sie ihre Firma legen sollen, viele scheuen sich auch vor diesem Schritt. Nicht immer liegt die Lösung dabei so nah wie in einem Familienunternehmen. Aber die Antwort, die Niederegger gefunden hat, ist ein gelungenes Beispiel dafür, Verantworung frühzeitig zu teilen.

LN

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