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Vater sein dagegen sehr

Gedanken über einen oft unterschätzten Ehrentag Vater sein dagegen sehr

Man will ja nicht als Spaßbremse dastehen, aber nur zur Erinnerung: Es geht heute ursächlich um richtige Väter.

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Ein Leitartikel von Uwe Nesemann

Nicht um jene, die vielleicht irgendwann einmal Vater werden und sich deshalb an diesem Tag in einer Art falsch verstandener Folklore zum gemeinsamen Alkoholgenuss ins Grüne verdrücken. Das Vergnügen, so es denn eines ist, sei ihnen ja gegönnt; aber eigentlich sind heute die gemeint, die — im Idealfall — ihren Kindern als Ernährer, Erzieher, Vorbild, Kamerad und Komplize zur Seite stehen, je nachdem, was gerade gebraucht wird. Die morgens mit dem Gedanken an ihren Nachwuchs aufstehen und abends wegen all der kleinen und großen Sorgen um die Kinder nicht einschlafen können. All jene also, die den schwierigsten, undankbarsten, kompliziertesten und zugleich schönsten Job machen, den es auf dieser Welt gibt. Daran sollte man heute denken, denn es ist Vatertag; der Tag der Väter — ein Ehrentag.

Zu dick aufgetragen? Ja, vielleicht. Nicht jeder, der Kinder sein eigen nennt, ist ja wirklich seiner Vaterrolle gewachsen. Wer selber Vater ist, der weiß um die vielen kleinen Niederlagen, mit denen der väterliche Alltag gepflastert ist. Und wer sich der Frage stellt, ob er ein guter Vater war oder ist, wird immer zweifeln. Alles richtig gemacht? Geht ja gar nicht.

Schon die Gegenfrage bringt eine leichte Unwucht ins väterliche Selbstverständnis: Was ist denn ein guter Vater? Die Ansichten darüber schwanken von Generation zu Generation, von Kontinent zu Kontinent, oft genug von Familie zu Familie. Soll er streng sein oder tolerant, autoritär oder nachgiebig, dominant oder liebevoll?

Die Antworten darauf sind so vielfältig wie die Gesichter der Menschen, und keine ist vollkommen richtig oder vollkommen falsch.

Wahr ist nur: Nicht jeder von uns hat Kinder, aber jeder hat einen Vater. Und auch, wenn der Begriff der „Vaterfigur“ nicht immer passen will, so haben die meisten dennoch von ihm etwas mitgenommen auf dem Weg ins Erwachsensein, manchmal ganz gezielt, manchmal unbewusst. (Wie sehr wir durch unsere Väter geprägt werden, mag man auch am Umkehrschluss erkennen: Wie soll ich wissen, wer ich bin, wenn ich nicht weiß, wer mein Vater ist?) Mit der Idee, den Tag der Väter ausgerechnet an Christi Himmelfahrt zu begehen, stehen wir Deutschen allerdings ziemlich allein da, andere feiern ihren Vatertag im Juni oder — was irgendwie sinnvoll erscheint — am 19. März, dem Tag des heiligen Josef. Allerdings: Der war zwar der Gatte von Maria, aber bekanntlich nicht der leibliche Vater von Jesus. Was uns einen weiteren Gedankengang öffnet:

Man muss nicht der Erzeuger sein, um die Vaterrolle anzunehmen. Die Frage, wer ein guter Vater ist, muss sich trotzdem jeder selbst beantworten oder beantworten lassen. Immerhin: Heute wäre eine Gelegenheit, darüber nachzudenken.

Ein Leitartikel von Uwe Nesemann

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