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Vor der Ostsee kommt der Stau

Überall Baustellen auf der A 1: Lässt sich das nicht klüger regeln? Vor der Ostsee kommt der Stau

Das Verkehrsschild zeigt Höchsttempo 120 an, die Tachonadel steht bei null. Die Sonne lockt Tausende an die Lübecker Bucht.

Das Verkehrsschild zeigt Höchsttempo 120 an, die Tachonadel steht bei null. Die Sonne lockt Tausende an die Lübecker Bucht. Die Sonne heizt aber auch Tausende Autos auf, die sich, einem großen Strandparkplatz gleich, auf der A 1 aneinanderreihen.

 

LN-Bild

Von Lars Fetköter

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Bis auf elf Kilometer wuchs der Stau in dieser Woche. Das Auto fängt Feuer in einer Baustelle, Feuerwehr kommt nicht ran, Räumfahrzeug auch nur mit Mühe, als das Brandauto endlich weg ist, gibt das nächste Fahrzeug den Geist auf. Der Weg durchs Nadelöhr dauert lang. Zähes Ringen um jeden Meter. Pendler, Ausflügler und Fernfahrer lernen einiges über die Dehnbarkeit ihrer Geduldsfäden und über die Leistungsgrenzen ihrer Klimaanlagen.

Klar, wir nehmen häufig das Auto statt öffentlicher Verkehrsmittel. Wir bestellen immer mehr im Internet und schicken immer mehr davon gleich wieder zurück, so dass immer mehr Laster über die Autobahn ruckeln und die Fahrspuren vor Erreichen der kalkulierten Lebensdauer zerbröseln. Also muss saniert werden, gründlich, das geht nicht im Winter und auch nicht ruckzuck. Alles richtig. Aber der Rhythmus, in dem die Verkehrs- und Baustellenplaner die Fahrspuren sperren und hin- und herschwenken, verlangt dem Verständnis der Autofahrer einiges ab, mitunter mehr als zumutbar ist.

Was ist das jetzt noch einmal für eine Baustelle? Ach ja, die Trave-Brücke wird saniert. Bis in den Frühling in Richtung Ostsee, jetzt in Richtung Süden. Hätte das nicht gleich erledigt werden können, als hier 2014 die ganze Fahrbahn saniert worden ist? Bis Ende Juli sollte es fertig sein, dann wurde Ende August als Zieldatum verkündet, auf der Baustellenkarte im Internet gibt das Kieler Verkehrsministerium jetzt schon Ende September an. Ein kluges, vorausschauendes Management der nötigen Arbeiten am Autobahnnetz Norddeutschlands sieht anders aus.

Fertig wird es ohnehin nie. Während die A 20 westlich von Klein Gladebrügge in einer dreifachen Warteschleife aus Klagen, Planungspannen und Koalitionsstreit auf ihren Bau wartet, ist die gefühlt neue Ostseeautobahn bei Lübeck schon wieder kaputt. Hier wird jetzt die Decke erneuert. Auch die Sanierung der A 1 nimmt kein Ende und bremst den Weg an die Küste. Der Bau der Lärmschutzwände zwischen Lübeck und Ratekau soll bis 2019 dauern. Im Spätsommer wird die Fahrbahn zwischen Neustadt und Lensahn erneuert. Auch zwischen Ahrensburg und Bargteheide dürfte bald die nächste Sanierung anstehen. Danach soll die Fahrbahn 30 Jahre halten. Aber die Zunahme vor allem des Schwerlastverkehrs wird wohl auch diese Prognosen widerlegen.

Hoffen wir auf ein kluges und vorausschauendes Baustellen-Management. Schauen wir, ob sich nicht die eine oder andere Autofahrt vermeiden lässt. Und üben wir uns in Geduld. So schwer es auch fällt bei Tempo null.

LN

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