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Wahlkabine statt Couch

Warum Nichtwählen keine gute Alternative ist. Wahlkabine statt Couch

Wir sind wählerisch. Und meinungsfreudig. Zu allem haben wir etwas zu sagen. Wir klicken unaufhörlich den „Gefällt mir“-Button bei Facebook und kommentieren die nebensächlichsten Dinge.

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Von Olaf Bartsch

Wir sind wählerisch. Und meinungsfreudig. Zu allem haben wir etwas zu sagen. Wir klicken unaufhörlich den „Gefällt mir“-Button bei Facebook und kommentieren die nebensächlichsten Dinge. Nur wenn es wirklich wichtig wird, wie bei der Frage, wer Deutschland regieren soll, bleiben immer mehr Bundesbürger seltsam passiv. Jeder Dritte, so befürchten Meinungsforscher, wird heute seine Couch der Weltkabine vorziehen — und damit das wichtigste Mittel der Beteiligung in einer parlamentarischen Demokratie nicht nutzen.

Die Gruppe der Verweigerer ist höchst unterschiedlich: Jeder zweite Erstwähler stimmt nicht ab, dazu Menschen mit geringer Bildung und niedrigem Einkommen. Zudem gilt es bei einigen Intellektuellen mittlerweile als schick, nicht zu wählen, um so seine Verachtung über den aktuellen Politikbetrieb auszudrücken. Sie lassen ein lange erkämpftes Bürgerrecht verkümmern.

Schlau ist das nicht. Der Deutsche Bundestag wäre theoretisch auch mit ein paar tausend abgegebenen Stimmen legitimiert und arbeitsfähig. Auf die Sitzverteilung hat Nichtwählen keinen Einfluss. Wer zu Hause bleibt, stärkt die etablierten Kräfte und deren Haltungen. Nur er ändert nichts. Doch beim Ringen um die richtigen Positionen und Entscheidungen ist es unablässig, dass sich bei Wahlen Stimmungsbilder zeigen. Wie zufrieden sind die Deutschen mit ihrem Leben? Was muss getan werden, damit sich die Lebensverhältnisse in Zukunft ändern? Wo soll die Reise hingehen?

Es ist längst keine Selbstverständlichkeit, dass bei uns gewählte Abgeordnete über Gesetze entscheiden, und nicht Diktatoren oder fanatische Religionsführer. Anderswo auf dieser Welt riskieren Menschen ihr Leben für ein Recht auf Mitsprache und Beteiligung. Bei uns reicht es zu wählen — und die Arbeit dann den Politikern zu überlassen. 34 Parteien treten heute zur Bundestagswahl an — die Auswahl ist also groß. Im Zweifel halten wir es mit Bundespräsident Joachim Gauck. Er mahnt, Wahlenthaltung muss die Ausnahme bleiben: „Wer nicht weiß, wer der Beste ist, wählt eben einfach das weniger Schlechte.“ Bericht Seite 1

LN

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