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Warum Schule nicht neu erfinden?

Unterricht und Lehrer müssen nicht so bleiben, wie sie sind. Warum Schule nicht neu erfinden?

In Schleswig-Holstein beginnen an diesem Wochenende die Herbstferien. Zweimal reichte es in der Woche davor für Schlagzeilen.

In Schleswig-Holstein beginnen an diesem Wochenende die Herbstferien. Zweimal reichte es in der Woche davor für Schlagzeilen. Es ging zum einen um die wachsenden schulischen Ausgaben, die Eltern zu wuppen haben. Schule kostet happig Geld. Zum anderen will der Bund den Ländern auf dem Weg zum digitalen Klassenzimmer Nachhilfe geben. Neben Zirkel und Geodreieck sollen bald Laptop und Smartphone liegen. Beides bietet Diskussionsstoff. Ohnehin hat das Thema Schule einen Hauch von Fußball-Nationalmannschaft: Beinahe jeder glaubt, mitreden zu können. Vielleicht liegt es daran, dass jeder von uns Schule einmal durchlebt hat.

 

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Von Curd Tönnemann

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Bei einigen von uns ist das ein paar Jährchen her. Hat sich Schule seitdem verändert, zu viel verändert oder zu wenig verändert? Geblieben ist die beinahe reflexartige Verteidigungshaltung von Pädagogen, wenn ihnen vorgehalten wird, einen Halbtagsjob und weit üppiger als andere Arbeitnehmer Urlaub zu haben. Von „faulen Säcken“ sprach einst Gerhard Schröder, damals noch Ministerpräsident in Hannover. So ein Klischee ist schwer aus der Welt zu schaffen. Doch wie bitte soll man fähige junge Lehrer finden, wenn dem Beruf von einer Mehrheit mangelnde Wertschätzung entgegengebracht wird?

Lehrer heute – das ist für viele ein Knochenjob. Die hohe Zahl an Burnout-Opfern unter Pädagogen ist ein Beleg dafür. Die Gründe sind vielfältig. Einer davon: Offenbar immer mehr Eltern glauben, die Erziehung ihrer Sprösslinge an der Schultür abgeben zu können. Kommt das Kind dann mit einer schlechten Note nach Hause, droht man dem Pauker eben mit einem Anwalt. Druck ersetzt Dialog. So einfach. Leider.

Ob Schulunterricht auf der Höhe der Zeit ist, spannend für die Schüler – das hängt zu allererst vom einzelnen Lehrer ab. Wie schon zu Zeiten von Pfeiffer mit drei „f“. Ob aber Schule als pädagogische Lehranstalt noch up to date ist, bleibt die Frage. Dafür bedarf es einer Kontrolle von außen. „Externe Evaluation“ heißt das – und wird von der Mehrheit der Pädagogen gar nicht geliebt. Fehlt es womöglich an nötiger Kritikfähigkeit? Für richtige Weichenstellungen brauche man Fakten, sagt die Kieler SPD-Schulministerin Britta Ernst. Recht hat sie. Punkt.

Dabei würde es nicht schaden, einmal alles zu hinterfragen. Muss eine Schulstunde 45 oder 90 Minuten lang sein? Brauchen wir neue Unterrichtsfächer? Wäre (mehr) Nachmittagsunterricht sinnvoll?

Vielleicht täte Schule mehr Praxisorientierung gut. Erinnert sei an die Diskussion, ob es für ein Kind wertvoller ist zu lernen, wie man eine Steuerklärung ausfüllt, statt Vergil übersetzen zu können. Vielleicht sollten wir in Zeiten von Laptop und Smartphone zudem darüber reden, welchen Stellenwert es hat, auch künftig ohne Computer rechnen und schreiben zu können. Ohne gestrig zu sein. Und vergessen wir nicht die Debatte übers liebe Geld: Nichts sollte uns so am Herzen liegen wie Bildung! Bericht Seite 8

LN

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