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Was heißt hier sexistisch?

Kommentar zur Sexismus-Debatte Was heißt hier sexistisch?

So ein Spruch ist im Alltag schnell gemacht: „Süße Maus“, „schöne Beine“, „die kann sicher was im Bett“. Es soll ein Spruch sein, ein Witz, manchmal auch nur ein Kompliment. Dieser Sexismus ist ebenso unangebracht wie alltäglich für viele Frauen: auf der Straße, im Büro.

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Ein Kommentar von Hannah Suppa.

Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass auch die CDU ein Sexismus-Problem hat. Darauf hat die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends in einem offenen Brief ungeschönt hingewiesen. Die 26-Jährige erzählt, wie sie der Innensenator Frank Henkel als „große, süße Maus“ bezeichnet, wie männliche Parteikollegen sie auf ihr Äußeres reduzieren und sie als „karrieregeil“ abstempeln. Und das in der modernen Großstadt Berlin.

Klar ist: Die CDU hat ein Frauenproblem. Neu ist: Eine Partei gibt es zu. Der CDU-Generalsekretär Peter Tauber lobt die Diskussion und räumt ein, dass ihm das Problem bekannt ist. Auch die Bundesregierung meldet sich zu Wort. Vor drei Jahren sah die Sexismus-Debatte noch anders aus, als eine Journalistin von Zudringlichkeiten des damaligen FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle berichtete. So gesehen hat sich etwas getan.

Allein mit einer bloßen Debatte oder Positionspapieren mag das Problem zwar benannt sein, es löst sich aber nicht. Die Diskussion kann wohl helfen. Dass Männer ihr Verhalten gespiegelt bekommen. Dass die Akzeptanz für dumpfe Witze schwindet. Dass sich die Frauen zu sagen trauen: So nicht. Im Kern lautet die Frage heute aber vielmehr: Wie wollen wir – Männer und Frauen – eigentlich miteinander reden? Einen Karrieresprung mit „Fickst du die?“ zu kommentieren, wie es die Berliner CDU-Politikerin geschildert hat, gehört nicht dazu. Ein aufrichtiges Kompliment, ein netter Kommentar des Kollegen zum neuen Kleid – warum nicht? Auch Frauen machen im Übrigen gerne mal einen Spruch. Das Empfinden, was anzüglich und sexistisch ist, ist dabei ebenso subjektiv wie unterschiedlich. Denn jede Frau hat ihre eigene Schmerzgrenze – das macht es nicht einfacher.

Der „Herrenwitz“, das sagt schon das altmodische Wort, hat sich überholt. Er ist ein Relikt alter Geschlechterklischees. Aber wenn die Bundeskanzlerin eine Frau ist, eine Frau zur besten Sendezeit die Fußball-EM kommentiert, die Chefin allmählich immer häufiger zur Normalität wird – da fühlen sich manche Männer bedrängt. Ihre Antwort: Breitbeinigkeit. Die Macht zu teilen, daran müssen sich viele noch gewöhnen. Nicht jede Frau kann das weglächeln – und sollte es auch nicht. Auch viele Männer haben keine Lust mehr auf die schlichten Schenkelklopfer. Sie haben sich längst für einen anderen Umgangston entschieden.

So eine gesellschaftliche Veränderung braucht Zeit – doch wer, wenn nicht die Politik, sollte hier mit gutem Beispiel vorangehen?

Ein Kommentar von Hannah Suppa

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