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Welch jämmerliches Einknicken des DFB

LEITARTIKEL Welch jämmerliches Einknicken des DFB

Seit Freitag rollt der Ball. Endlich wieder Fußball, die schönste Nebensache der Welt. Für viele längst die Hauptsache. Die Fans stehen hinter ihren Vereinen.

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Von Curd Tönnemann

Seit Freitag rollt der Ball. Endlich wieder Fußball, die schönste Nebensache der Welt. Für viele längst die Hauptsache. Die Fans stehen hinter ihren Vereinen. Der Besucher-Boom in der höchsten Spielklasse hält an. Fußball verbindet Menschen. Dabei haben die letzten Wochen von Saisonvorbereitung und Pokal einen bösen Schatten auf diesen Sport geworfen. Gewalttätige Ausschreitungen auf Zuschauerrängen waren an der Tagesordnung.

„Bei diesen tumben Randalierern handelt es sich um Kriminelle.

Und die gehören ins Gefängnis und nicht ins Stadion. Sie helfen ihrem Klub nicht, sie schaden ihm.

Da stürmten „Fans“ von Hannover 96 bei einem sogenannten Freundschaftsspiel auf der britischen Insel den Block der Gegner. Der Schiedsrichter musste das Spiel abbrechen. Dann eskalierte die Situation beim Pokalspiel zwischen Hansa Rostock und Hertha BSC: Hass in den Herzen und Flammen auf den Rängen. Die Begegnung musste unterbrochen werden. Was für ein hässliches Bild von diesem Sport!

Und wie reagiert der Deutsche Fußball-Bund (DFB)? Der Verband reduziert seinen Strafenkatalog und schafft seine schärfste Sanktion, die Kollektivstrafe, komplett ab. Was für ein jämmerliches Signal, was für ein Einknicken gegenüber Anhängern der sogenannten Ultra-Bewegung! Der Einsatz von Pyrotechnik und Feuerwerkskörpern in Stadien, den Ultras im Netz weiter proklamieren, hat nichts mit Spaß zu tun. Nichts mit Unterstützung für das eigene Team. Er bringt Menschenleben in Gefahr, auf höchst fahrlässige Weise.

Der DFB redet von der Notwendigkeit eines Dialogs. Aber macht ein Gespräch mit radikalisierten Stadionbesuchern Sinn? Denen der Fußballplatz offenbar nur ein beliebiger Raum ist, um grenzenlose Aggressivität auszuleben. Kaum. Bei diesen tumben Randalierern handelt es sich um Kriminelle. Und die gehören ins Gefängnis und nicht ins Stadion. Sie helfen ihrem Klub nicht, sie schaden ihm. Sie schaden dem gesamten Sport. Wenn Ultras vorgeben, sie kämpften gegen eine weitere Kommerzialisierung des Fußballs, klingt das vielleicht noch löblich. Aber bitte schön: Dann mögen die „guten“ Ultras die Kriminellen aus ihren Reihen entfernen, um in ihrem Anliegen ernst genommen zu werden.

Diskutabel scheint deshalb allenfalls die Aufweichung von Kollektivstrafen und die Abschaffung von Geisterspielen. Denn davon sind zwangsläufig Unschuldige betroffen: Friedliebende Fans und Vereine, die alles Erdenkliche für die Sicherheit tun. Kollektivstrafen gegen ganze Ultra-Blöcke aber bleiben sinnvoll – wo selbst Videokameras auf Tribünen kaum zeigen, wer genau welches Wurfgeschoss abgegeben hat. Vereine verzweifeln, wenn vermeintlich überführte Täter deshalb von ihrem Anwalt wieder „herausgehauen“ werden. Der DFB darf kein „Weichei“ sein, wenn Fußball nicht zum Tollplatz für Gewalttäter werden soll.

LN

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