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Wer für Fußball-TV zahlt, hat Anspruch auf Qualität

LEITARTIKEL Wer für Fußball-TV zahlt, hat Anspruch auf Qualität

Sport im Fernsehen zu verfolgen, ist eine herrliche Zeitverschwendung. Dafür aber über den Rundfunkbeitrag hinaus Geld auszugeben, habe ich immer vermieden. Bis jetzt.

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Von Lars Fetköter

Sport im Fernsehen zu verfolgen, ist eine herrliche Zeitverschwendung. Dafür aber über den Rundfunkbeitrag hinaus Geld auszugeben, habe ich immer vermieden. Bis jetzt. 30 Euro für die Möglichkeit, Freitagsspiele der Fußball-Bundesliga (viele davon mit dem Hamburger SV) und auch die Relegationsspiele (womöglich auch mit dem HSV) zu sehen, die sonst nirgends übertragen werden – dieses Angebot von Eurosport hat mich schwach gemacht.

„Bei der Handball-WM war das Ruckel-TV eine Notlösung. Jetzt, bei Eurosport, ist die Web-Übertragung Teil des Geschäftsmodells.

Sport im Fernsehen nicht verfolgen zu können, weil die Übertragung scheitert, ist eine höchst ärgerliche Zeitverschwendung. Von der historischen Partie, bei der der HSV erstmals seit acht Jahren die Tabellenführung eroberte, habe ich nur ein Störungsbild auf dem Tablet gesehen. Etliche Fußballfans fragen sich nun, ob die Deutsche Fußball Liga (DFL) Übertragungsrechte an einen überforderten Anbieter verscherbelt hat.

1,159 Milliarden Euro pro Saison kassiert die DFL für mehrere Rechtepakete, die die Fernsehgewohnheiten der deutschen Sportfans verändern. Die Topvereine der Bundesliga frohlocken. Das TV-Geld verschafft ihnen die Möglichkeit, beim Wahnsinn neunstelliger Ablösesummen (222000000 Euro für Neymar, 147000000 Euro für Dembélé) nicht ganz den Anschluss zu verlieren. Die Fans schauen teilweise in die Röhre. Wer ein Sky-Abo hat (bisher: Alle Spiele, alle Tore), sieht seit diesem Wochenende freitags schwarz. Wer draufzahlt und bei Eurosport ein Abo abschließt, kann dieses nur auf dem Rechner nutzen – oder bei Satellitenempfang für weitere Gebühren im Fernsehen. Wenn dann, wie am Freitagabend, der Exklusiv-Anbieter nicht einmal eine ruckelige Web-Übertragung hinbekommt, ist das eine große Blamage. Nicht nur für Eurosport, sondern auch für die DFL.

In hohem Tempo wird die Landschaft der deutschen Sportsender umgekrempelt. Mal wieder. Aber wer für Milliarden Fernsehrechte verkauft, muss die erfolgreichen Bieter dazu bringen, ihren Zuschauern verlässlich scharfe Bilder zu liefern. Das ist an diesem Freitag gründlich misslungen. Wie Eurosport seine verärgerten Kunden wieder besänftigen will, verrät der Sender erst „in den kommenden Tagen“.

Eine Übertragung per Internetstream ist in Zeiten von Ultra-HD keine ausgereifte Technologie. Offenbar ist die Gefahr des Scheiterns gerade dann besonders groß, wenn das Angebot Erfolg verspricht:

bei großer Nachfrage. Schon bei der Handball-WM im Januar brachen die Server zusammen, die Zuschauer starrten auf eine Fehlermeldung. Damals war das Ruckel-TV eine Notlösung. Jetzt, beim Eurosport-Player, ist die Web-Übertragung Teil des Geschäftsmodells.

Zuschauer, die für Sportgenuss im Fernsehen zusätzliches Geld ausgeben, haben aber Anspruch auf hohe Qualität. Die DFL muss es schaffen, Eurosport und Sky darauf zu verpflichten. Nur Milliarden zu kassieren – das ist zu billig.

LN

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