Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Analyse: Yahoo-Chefin Mayer muss Lösung für die Zukunft finden

Sunnyvale Analyse: Yahoo-Chefin Mayer muss Lösung für die Zukunft finden

Wenn Yahoo am kommenden Dienstag aktuelle Quartalszahlen vorlegt, geht es um mehr als nur Gewinn und Umsatz. Konzernchefin Mayer stellt unter massivem Druck Weichen für die Zukunft des Internet-Pioniers. Anleger befürchten, dass die Richtung nicht stimmt.

Voriger Artikel
„Hallo“: Institut warnt vor schwachem Passwort-Schutz
Nächster Artikel
Nintendo hält Wii-U-Absatz im Weihnachtsquartal stabil

Yahoo-Chefin Marissa Mayer spricht am in Las Vegas bei der Yahoo Keynote im Rahmen der Elektronik-Messe CES.

Quelle: Britta Pedersen

Sunnyvale. Zum Amtsantritt als Yahoo-Chefin wurde die erfolgreiche Google-Managerin Marissa Mayer als Retterin gefeiert.

Rund dreieinhalb Jahre später ist die Stimmung zur Vorlage der Zahlen für 2015 an diesem Dienstag ganz anders. Die Aktie verlor in einem Jahr ein Drittel ihres Werts, Top-Manager gehen, Anleger sind verärgert über den Zick-Zack-Kurs beim Verkauf der milliardenschweren restlichen Beteiligung an der chinesischen Handelsplattform Alibaba. Ein aggressiver Finanzinvestor fordert bereits lautstark Mayers Ablösung.

Die 40-Jährige gab rund drei Milliarden Dollar für Zukäufe aus, lautet ein Kritikpunkt. Allein rund eine Milliarde kostete die Übernahme der Blogplattform Tumblr, um mehr jüngere Nutzer ins Yahoo-Universum zu holen. Aber das Geschäft ist nicht gewachsen und Yahoo wird bei seiner wichtigsten Geldquelle, der Online-Werbung, von Facebook und Google abgehängt.

Die Zahlen sprechen bislang eine klare Sprache: Im dritten Quartal vergangenen Jahres machte Yahoo einen Umsatz von 1,22 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal 2012, zu Mayers Amtsantritt, waren es ebenfalls rund 1,2 Milliarden. Bei Facebook sprang der Quartalsumsatz in dieser Zeit von 1,3 auf 4,5 Milliarden Dollar hoch, beim Web-Primus Google rückte er von 14 auf fast 19 Milliarden Dollar vor.

Yahoo entstand 1994 aus der Idee, alle Websites in eine Art riesigen Katalog zu packen. Einst stand das Unternehmen als Synonym für das Web. Doch das Netz wurde schnell zu groß für den Ansatz. Viele Nutzer wandten sich ab, gleiches galt für die Werbekunden.

Yahoo tut sich auch unter Mayers Regie schwer mit der zentralen Frage, an der schon mehrere ihrer Vorgänger scheiterten: Wie münzt man die Reichweite von mehreren hundert Millionen Nutzern in ein profitables Geschäft um? Zu Mayers Antwort gehörte ein Ausbau des Mediengeschäfts mit Investitionen in Themen-Websites und Video-Inhalte. So ließ sie die im TV abgesetzte Serie „Community“ online wieder aufleben, bei der sie auf eine eingefleischte Fangemeinde hoffte. Dennoch brachte die Video-Offensive einen Verlust von 40 Millionen Dollar ein.

Jetzt will Mayer laut Medienberichten den Rotstift ansetzen. Nach Informationen der Tech-Journalistin Kara Swisher beim Silicon-Valley-Blog „Recode“, die seit Jahren bestens über die Geschehnisse bei Yahoo informiert ist, analysiert Mayer gerade das Geschäft des Konzerns. Ihre Liste habe drei Rubriken: Investieren, beibehalten, aufgeben. Sie wolle mehr Geld in die Suche auf mobilen Geräten stecken, gut laufende Websites wie „Yahoo Finance“ weiterbetreiben und den Stecker bei mehreren internationalen Diensten und mehreren Medienangeboten ziehen.

Damit einher gehen dürfte ein weiterer Stellenabbau, der am Dienstag bekanntgegeben werden könnte, berichtete der Finanzdienst Bloomberg am Montag unter Berufung auf Informationen aus dem Unternehmen. Zuletzt zog sich Yahoo bereits aus Mexiko und Argentinien zurück. Einer der ersten Schritte nach Mayers Amtsantritt war, das Geschäft in Südkorea dicht zu machen.

Der größte Konfliktherd bleibt die Frage, was mit der verbliebenen Alibaba-Beteiligung passieren soll. Sie kostet an der Börse ungefähr genauso viel, wie ganz Yahoo. Die Anleger sehen im Kerngeschäft des Konzerns also kaum noch einen Wert. Der ursprüngliche Plan war, den Alibaba-Anteil von 15 Prozent abzustoßen und den Erlös an die Aktionäre auszuschütten. Doch auch kurz vor dem geplanten Abschluss der Transaktion Anfang 2016 blieb unklar, ob sie steuerfrei umgesetzt werden kann. Der aktuelle Plan seit Anfang Dezember ist, statt des Alibaba-Anteils nun das bisherige Internet-Kerngeschäft in eine neue Firma auszulagern. Dabei könnten zwei börsennotierte Unternehmen entstehen. Gehören würde die neue Firma den bisherigen Yahoo-Anteilseignern.


Bericht von Recode
Bericht von Bloomberg

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neu im Netz
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Sollten die Weihnachtsmärkte länger geöffnet haben?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.