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Apple tritt gegen Amazon und Google mit smartem Lautsprecher

Neue Produktkategorie Apple tritt gegen Amazon und Google mit smartem Lautsprecher

Auf der Apple-Konferenz WWDC geht es normalerweise um Software. In diesem Jahr stand aber der smarte Lautsprecher HomePod im Mittelpunkt. Er soll das Musikhören zu Hause so umkrempeln, wie einst der iPod den mobilen Musikgenuss revolutioniert hat.

Apple-Marketingchef Phil Schiller erklärt die Eigenschaften der neuen vernetzten Lautsprecher mit dem Namen HomePod.

Quelle: Marcio Jose Sanchez

San Jose. Zwei Jahre nach der Premiere der Apple Watch wagt der iPhone-Konzern erneut einen Versuch, eine neue Produktkategorie zu erobern.

Mit dem smarten Lautsprecher HomePod will Apple-CEO Tim Cook an den Erfolg des iPods anknüpfen, mit dem im Jahr 2001 der damalige Konzernchef Steve Jobs den Aufstieg von Apple zum wertvollsten an der Börse notierten Unternehmen der Welt eingeleitet hatte.

„Mit dem iPod haben wir das Musikhören unterwegs revolutioniert und 1000 Songs in die Hosentasche gebracht. Mit dem HomePod wollen wir nun den Musikgenuss zu Hause neu erfinden“, sagte Apple-Chef Tim Cook am Montag auf der Entwicklerkonferenz WWDC in San Jose (Kalifornien).

Apple muss allerdings zur Kenntnis nehmen, dass sich in diesem Segment bereits mehrere Wettbewerber tummeln. Doch Cook zeigte sich insbesondere von den Haupt-Konkurrenzprodukten wenig beeindruckt. Der Amazon Echo und Google Home seien zwar smart, hätten aber nur einen bescheidenen Klang. Und die vernetzten Lautsprecher von Hifi-Spezialisten wie Sonos seien hingegen wenig smart.

Im HomePod stecken ein Basslautsprecher und sieben Hochtöner mit Richtstrahl-Fähigkeiten, die für einen satten Sound sorgen sollen. Dank dem Apple-Chip A8 soll der Klang in jedem Raum optimal ankommen. Ob das tatsächlich gelingt, werden später Tests zeigen. Das 18 Zentimeter hohe HomePod kann aber nicht nur Musik abspielen, sondern beispielsweise per Sprachbefehl die Temperatur einer vernetzten Heizung oder Klimaanlage regeln.

Apple vertraut beim HomePod auf seine Sprachassistentin Siri, die 21 Sprachen versteht, deutlich mehr als Amazons Alexa, Microsofts Cortana, Googles Assistant oder Samsungs Bixby beherrschen. Doch gerade auf Deutsch hängt Siri der Ruf nach, Sprachbefehle häufiger nicht richtig zu verstehen und bei Wissensfragen deutlich schlechter abzuschneiden als die Wettbewerber. Wie schwer Apple sich mit Siri auf Deutsch tut, zeigt auch die Tatsache, dass der HomePod zunächst im Dezember nur in den großen englischsprachigen Märkten USA, Großbritannien und Australien für 349 US-Dollar eingeführt wird. Amazon hat dem Echo dagegen schon vor etlichen Monaten Deutsch beigebracht.

Apple-Manager hatten in der Vergangenheit eher davon gesprochen, die Nutzer mit der schon seit 2011 aktiven Siri über verschiedene Geräte wie das iPhone oder die Computer-Uhr des Konzerns kommunizieren zu lassen, statt mit einem Lautsprecher einen festen Anlaufpunkt zu schaffen. Amazon hingegen hatte nach dem Flop seines ersten Handys diese Schnittstellen nicht, setzte auf den „Echo“-Lautsprecher als Vorposten - und etablierte eine neue Produktkategorie. Nun nimmt sich Apple diesen Markt ebenfalls ernsthaft vor.

Auf der WWDC wurde aber auch deutlich, dass Apple das Thema des maschinellen Lernens, mit dem auch die künstliche Intelligenz (KI) von Siri aufgebaut wird, nicht der Konkurrenz überlassen will. Auch das iPhone-Betriebssystem iOS soll verstärkt KI-Elemente erhalten und beispielsweise registrieren, für welche Nachrichtenthemen sich ein Anwender besonders interessiert.

Beim Lautsprecher HomePod lauschen sechs eingebaute Mikrofone auf das Kommando „Hey Siri“, um dann Befehle des Anwenders entgegenzunehmen. Etliche Funktionen wie die Steuerung von Lampen, Türöffnern und anderen Smart-Home-Geräten kann der Assistent erledigen, ohne Daten auf die Reise durch das Internet zu schicken, weil die Anfragen lokal auf dem Gerät verarbeitet werden. Dieser Ansatz von Apple unterscheidet sich auch vom Konzept, das Google, Amazon und Microsoft verfolgen. Erst wenn Fragen des Anwenders beantwortet werden sollen, muss Siri auf die Server von Apple zugreifen. Laut Apple-Chef Cook werden diese Daten werden jedoch Ende-zu-Ende-verschlüsselt und mit einer anonymen Siri-ID übertragen.

Mit einem großangelegten Erneuerungsprogramm für die Macintosh-Computer macht Cook auch klar, dass er dem zuletzt ungewohnt „cool“ auftretenden Rivalen Microsoft keinen Boden überlassen will. Die schnellere Hardware beim iMac und den MacBooks soll dafür sorgen, dass Entwickler und Kreative dem Mac treu bleiben und nicht für das Programmieren neuer Virtual-Reality-Welten ins Windows-Lager wechseln. Dafür wurde auch die nächste Version des Mac-Betriebssystems macOS mit dem Namen High Sierra VR-tauglich gemacht, wenn auch die in San Jose vorgestellten Anwendungen mit einer VR-Brille von HTC demonstriert wurden.

Für iPhone und iPad stellte Apple ein „ARKit“ vor, mit dem Entwickler viel leichter als bisher Augmented-Realtity-Apps programmieren können. Der Erfolg des Games Pokémon Go hat gezeigt, wie groß der Bedarf an Spielen und Anwendungen ist, bei denen virtuelle Realität und tatsächlich vorhandene Dinge aus der Umgebung gemischt werden. Apple wolle die größte Plattform für diese „erweiterte Realität“ stellen, betonte Cook.

Ob es Apple mit dem HomePod gelingen wird, sich signifikant von der Abhängigkeit der iPhone-Umsätze zu befreien und einen neuen Bestseller zu schaffen, muss abgewartet werden. Apple-Fans warten unterdessen schon ungeduldig auf das nächste große Event, das vermutlich im September über die Bühne gehen wird. Dort soll zum zehnjährigen iPhone-Jubiläum das nächste Apple-Smartphone vorgestellt werden, das sich von bisherigen Modellen signifikant unterscheiden soll. Aus Sicht der Anleger gab es am Montag jedenfalls keine Überraschungen: Die zuletzt deutlich gestiegene Aktie notierte kaum verändert.

dpa

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