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Apples Weg in eine Zukunft voller künstlicher Intelligenz

Entwicklerkonferenz WWDC Apples Weg in eine Zukunft voller künstlicher Intelligenz

Microsoft Build, Google I/O und nun WWDC: Apple schließt die Serie der Entwicklerkonferenzen der großen IT-Player aus den USA ab. Ähnlich wie bei der Konkurrenz dürfte es um das Thema „künstliche Intelligenz“ gehen, auch wenn Apple einen anderen Schwerpunkt setzt.

WWDC 2016 in San Francisco: Als weitere mögliche WWDC-Neuheiten in diesem Jahr gelten aktualisierte Modelle des iPad Pro und ein mit schnelleren Intel-Prozessoren aufgefrischtes MacBook-Pro-Notebook.

Quelle: Christoph Dernbach

Cupertino. Für Apple geht es bei seiner diesjährigen Entwicklerkonferenz WWDC um weit mehr als nur die übliche Vorstellung neuer Software für iPhone, iPad und Mac-Computer.

Von Konzernchef Tim Cook und seinem Team wird erwartet, dass sie Apples Weg in eine Zukunft mit allgegenwärtiger künstlicher Intelligenz skizzieren, bei der die Rivalen Amazon und Google mit ihrer Strategie bisher mehr Aufmerksamkeit bekommen haben.

So kündigte Google zuletzt auf seinem Event für Softwareentwickler an, dass die künstliche Intelligenz selbstlernender Maschinen in Zukunft alle Dienste des Internet-Konzerns durchdringen soll. Der Service „Google Lens“ zum Beispiel erkennt, was gerade die Kamera eines Smartphones sieht, „Google Photos“ kann einen Maschendrahtzaun aus einem Bild verschwinden lassen. Und insgesamt soll mit der Kombination aus der Rechenpower in der Cloud und Googles Wissen über die Welt ein allgegenwärtiger und allwissender Computer entstehen.

Als Apples Antwort auf diese Herausforderung bietet sich an, die eigene Palette von Geräten und Diensten zu einer engmaschigen Welt zu verknüpfen, die Nutzern wenig von der Konkurrenz zu wünschen übriglässt. Dafür müssen hauseigne Angebote wie die Foto-Apps oder der Streaming-Service Apple Music bequemer zu bedienen und intelligenter werden. Im Gegensatz zu Google ist Apple aber nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen. Daher kann beim iPhone-Hersteller der Schutz der persönlichen Daten einen höheren Stellenwert haben.

Apple hat aber nicht nur beim Thema künstliche Intelligenz eine Lücke zu schließen. Daher könnten diesmal auch erstmals seit 2013 neue Geräte bei einer WWDC (damals gab es ein erneuertes Macbook Air und einen Mac-Pro-Tischrecher) vorgestellt werden. Nach Informationen des Finanzdienstes Bloomberg ist ein vernetzter Lautsprecher von Apple, in dem die Assistenzsoftware Siri ein greifbares Zuhause im Haushalt bekommen soll, schon in die Produktion gegangen. Es wäre nur logisch, den Entwicklern frühzeitig einen Blick auf die neue Plattform für ihre Apps zu geben.

Die smarten Lautsprecher können nicht nur Musik abspielen, sondern auch Fragen der Nutzer beantworten oder per Sprachbefehl ein Taxi bestellen oder das Licht im Haus einschalten. Sie sind zum sichtbarsten Vorposten der künstlichen Intelligenz aus der Cloud im Haushalt geworden. Amazon erschuf diese Produktkategorie praktisch im Alleingang mit seinen „Echo“-Lautsprechern, in denen die Assistenzsoftware Alexa steckt. Google folgte mit dem Konkurrenzgerät „Home“ mit dem hauseigenen Assistenten.

Apple-Manager hatten in der Vergangenheit eher davon gesprochen, die Nutzer mit der schon seit 2011 aktiven Sprachassistentin Siri über verschiedene Geräte wie das iPhone oder die Computer-Uhr des Konzerns kommunizieren zu lassen, statt mit einem Lautsprecher einen festen Anlaufpunkt zu schaffen. Jetzt scheint Apple sich aber umorientiert zu haben und will sich den Bloomberg-Informationen zufolge unter anderem mit räumlichem Sound von der Konkurrenz abheben. Hauseigene Dienste wie Apple Music oder die Smarthome-Plattform Homekit würden eingebunden. Das ist wichtig für Apple, denn die anderen Lautsprecher unterstützen Services der Konkurrenz wie Spotify, Google Music oder Amazon Music und verschaffen ihnen so einen Brückenkopf in den Haushalten.

Als weitere mögliche WWDC-Neuheiten gelten aktualisierte Modelle des iPad Pro und ein mit schnelleren Intel-Prozessoren aufgefrischtes MacBook-Pro-Notebook. Apple musste sich zuletzt die Kritik gefallen lassen, mit dem Fokus auf das lukrative iPhone professionelle Anwender wie Software-Entwickler darben zu lassen, weil in den Profi-Macs nicht die aktuelle Chip-Generation zu finden war.

Finanziell steht Apple nicht unter Druck, die Geldmaschine iPhone läuft. Allein im vergangenen, zu Jahresbeginn traditionell immer eher gedämpften Quartal verdiente der Konzern wieder elf Milliarden Dollar bei knapp 51 Millionen verkauften iPhones. Um vom nächsten iPhone im Herbst, bei dem ähnlich wie bei Samsungs Galaxy S8 der Bildschirm fast die ganze Frontseite einnehmen soll, wird ein massiver Verkaufsschub erwartet. Die Anleger, die noch vor ein paar Jahren die Aktie aus Angst vor der Konkurrenz durch Google & Co. fallen ließen, halten die Kurs jetzt in Nähe der Allzeithochs.

Die Führungscrew von Apple muss allerdings auch zu Kenntnis nehmen, dass auch von anderen Marktteilnehmern innovative Produkte entwickelt werden. So hat zuletzt Android-Erfinder Andy Rubin angekündigt, mit seiner neuen Firma Essential ein hochwertiges Smartphone anzubieten, das in Titan und Keramik gehüllt ist und über eine neuartige Drahtlos-Schnittstelle verfügt. Und eine neue Schaltzentrale von Essential für das vernetzte Zuhause soll neben den Geräten von Google und Amazon auch mit Apples Siri klarkommen.

dpa

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