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Blackberry steigt aus Smartphone-Entwicklung aus

Nach andauernden Verlusten Blackberry steigt aus Smartphone-Entwicklung aus

Das angeschlagene Branchen-Urgestein Blackberry kapituliert vor Apple, Samsung und Co. und zieht einen Schlussstrich unter seine verlustreiche Smartphone-Entwicklung. Die Neuausrichtung auf Software soll aber das Überleben sichern.

Waterloo. Es ist das Ende einer Ära: Der Smartphone-Pionier Blackberry wird nach andauernden Verlusten keine Computer-Handys mehr selbst entwickeln.

Diese Arbeit solle an Partner ausgelagert werden, kündigte Blackberry-Chef John Chen an. Ein Beispiel für die neue Strategie sei ein Gemeinschaftsunternehmen in Indonesien, in dem Blackberry sich auf die Software-Entwicklung fokussiert. Schon das jüngste Modell DTEK50 war eigentlich ein Telefon des Herstellers Alcatel mit Blackberry-Logo.

Blackberry hatte die Anfangsjahre des Smartphone-Geschäfts geprägt, seine Geräte wurden jedoch von Telefonen mit dem Android-System von Google sowie dem iPhone von Apple in die Bedeutungslosigkeit verdrängt. Der Marktanteil war zuletzt an die Marke von 0,1 Prozent geschrumpft. Im vergangenen Geschäftsquartal wurde Blackberry noch 400 000 Telefone los.

Chen richtet Blackberry vor allem auf das Geschäft mit Software und Dienstleistungen für Unternehmen aus und will so im laufenden Geschäftsjahr aus der Verlustzone kommen. Er hatte wiederholt angekündigt, dass er das Hardware-Geschäft fallen lassen werde, wenn es nicht aus den roten Zahlen kommt. Erwogen wurde auch schon, das eigene Betriebssystem aufzugeben und auf Android umzusteigen.

In dem Ende August abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal verbuchte Blackberry einen Verlust von 372 Millionen US-Dollar nach einem kleinen Gewinn von 51 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Der Umsatz fiel von 490 auf 334 Millionen Dollar. Analysten hatten zwar mit höheren Erlösen gerechnet, doch unter dem Strich fiel das Ergebnis besser als erwartet aus. Das Unternehmen hob zudem den Ausblick für das laufende Geschäftsjahr an. Die Aktie legte um rund vier Prozent zu - auch angesichts der Hoffnung, dass Blackberry mit dem Verzicht auf die Hardware-Entwicklung die Kosten drücken kann. Seit Jahresbeginn hatte der Kurs allerdings 15 Prozent eingebüßt.

„Wir erreichen mit unserer Strategie einen Wendepunkt“, verkündete Chen. Im zweiten Quartal sei der Software-Umsatz im Jahresvergleich verdoppelt worden. „Unsere finanzielle Basis ist stark und unsere Neuausrichtung auf Software greift.“

Blackberry kündigte außerdem an, dass Finanzchef James Yersh das Unternehmen aus „persönlichen Gründen“ am 31. Oktober verlassen werde. Als Nachfolger wurde Steven Capelli vorgestellt, der von der SAP-Tochter Sybase komme und über 25 Jahre Erfahrung in der Software- und Tech-Branche mitbringe. Capelli soll den neuen Job am 1. Oktober antreten. Chen hatte Sybase einst saniert und 2010 an SAP verkauft.

dpa

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