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Bosch-Chef Denner: Wir müssen nicht auf Smart-Home-Standards warten

Las Vegas Bosch-Chef Denner: Wir müssen nicht auf Smart-Home-Standards warten

Das „Smart Home“, das vernetzte und intelligent steuerbare Haus, wird von zahlreichen Anbietern auf der Technik-Messe CES angepriesen.

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Bosch-Chef Denner auf der Technikmesse CES 2016 in Las Vegas.

Quelle: Christoph Dernbach

Las Vegas. Das „Smart Home“, das vernetzte und intelligent steuerbare Haus, wird von zahlreichen Anbietern auf der Technik-Messe CES angepriesen. Vielen Haus- und Wohnungsbesitzern ist allerdings die Aufrüstung der eigenen Wohnung oder des Eigenheims bislang noch zu kompliziert und aufwändig. Bosch zeigt in Las Vegas eine Lösung für das „Smart Home“, die viele Hindernisse aus dem Weg räumen soll. Das verspricht zumindest Konzernchef Volkmar Denner im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Frage: Was ist beim Thema „Smart Home“ bislang schiefgelaufen?

Antwort: Die Lösungen, die bislang angeboten werden, sind oft nicht umfassend genug angelegt. Wer zum Beispiel intelligente Rollläden haben möchte, kann die heute schon kaufen. Aber man braucht einen eigenen Controller und eine eigene App dafür. Für das Licht braucht man eine zweite Steuerung und für das Garagentor eine dritte Anwendung. Mit der App der Smart-Home-Lösung von Bosch können Sie künftig das gesamte Haus steuern, also Türen und Fenster überwachen, die Heizung und die Beleuchtung intelligent steuern sowie vieles mehr.

Frage: Muss man dafür alles bei Bosch einkaufen?

Antwort: Nein, mit unserer Lösung können auch Komponenten gesteuert werden, die gar nicht von uns stammen. Wir kooperieren beispielsweise beim Thema Beleuchtung mit Philips. Die populäre Lichtlösung „Hue“ von Philips wird mit unserem System kompatibel sein. Es hat viele Vorteile, für das Smart Home eine umfassende Vernetzungslösung einzusetzen. Wir verfolgen dabei den Ansatz der offenen Plattformen. Damit unterscheiden wir uns von den bestehenden Insellösungen der Vergangenheit bzw. anderer Anbieter. Wer sich aus vielen Einzellösungen sein Smart Home zusammenstellt, wählt im Vergleich dazu einen sehr unkomfortablen Weg.

Frage: Kommen Sie mit Ihrem Ansatz nicht großen US-Konzernen wie Google, Apple und Microsoft in die Quere?

Antwort: Wir haben zu diesen Unternehmen unterschiedliche Beziehungen. Zum einen sind sie wichtige Kunden von uns. In den Produkten von Apple stecken Sensoren von Bosch, das Fahrzeug-Konzept von Google enthält wesentliche Komponenten, die von Bosch stammen, beispielsweise der Powertrain. Es gibt aber andere Felder - und dazu zählt der Bereich „Smart Home“ - in denen wir im Wettbewerb stehen. Google hat sich zum Beispiel durch die Übernahme der Firma Nest Hardware-Kompetenz für Smart-Home-Lösungen zugekauft.

Frage: Können Sie sich vorstellen, Lösungen von Apple oder Google - beispielsweise in der Unterhaltungselektronik - in Ihre Lösung zu integrieren?

Antwort: Unsere Smart-Home-Lösung ist eine offene Plattform und lädt andere zur Beteiligung ein. Wir gehen ganz pragmatisch vor. Manche stellen sich vor, dass sich die Branche zusammensetzen müsste, um sich auf einen Smart-Home-Standard zu einigen. Das ist aber Unsinn. Wir brauchen gar nicht den einen, weltweit gültigen Standard. Die Software-Technik ist heute so flexibel, dass man entsprechende Adapter, also Verbindungen zwischen unterschiedlichen Standards bauen kann. Das gilt zum Beispiel auch für Funkstandards. Wir müssen nicht warten, bis ein neuer Universal-Standard verkündet wird, sondern wir können mit den Standards arbeiten, die es bereits gibt - und auch mit denen, die in der Zukunft noch entwickelt werden. Die müssen wir einfach implementieren. Ob die jetzt WLAN, Bluetooth Low Energy oder ZigBee heißen, das spielt keine Rolle. Unser Smart Home Controller kann alle Protokolle verstehen und miteinander vernetzen. Wenn Apple und Google ihre Protokolle für andere öffnen, können wir diese auch in unsere Produkte integrieren.​

dpa

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