Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -1 ° Schneeregen

Navigation:
Smartphones und Kameras aus vielen Schwimmbädern verbannt

Persönlichkeitsrecht schützen Smartphones und Kameras aus vielen Schwimmbädern verbannt

Ein Schnappschuss von den Schwimmversuchen der Kinder gehörte früher in jedes Familien-Fotoalbum. Doch in Zeiten von Smartphones und sozialen Netzwerken wird öffentliches Fotografieren und Filmen in Schwimmbädern oft zum Ärgernis. Es gibt bereits zahlreiche Verbote.

In Zeiten von Smartphones und Sozialen Netzwerken wird öffentliches Fotografieren und Filmen in Schwimmbädern oft zum Ärgernis.

Quelle: Uli Deck

Karlsruhe. Das Smartphone ist auf dem besten Weg, den Sonnenbrand als größtes Problem im Freibad abzulösen. Denn jeder kann jederzeit unbemerkt fotografiert oder gefilmt werden. Das Ergebnis landet oft ungefragt in den sozialen Netzwerken.

Um das Persönlichkeitsrecht der Badegäste zu schützen, greifen immer mehr Betreiber zu einem radikalen Mittel: Sie verbieten das Fotografieren ganz oder verbannen Smartphones komplett aus ihren Bädern. So verschärften zum Beispiel die Freiburger Bäder zu Beginn der Saison ihre Regeln. Neue Schilder weisen auf das Fotoverbot hin.

Den juristischen Hintergrund liefern das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Kunsturhebergesetzes. Verboten ist danach zwar nicht das Fotografieren im öffentlichen Raum an sich, jedoch die Verbreitung oder Veröffentlichung ohne Zustimmung der abgebildeten Personen. Das gilt auch für soziale Netzwerke. Besonders sensibel ist die Situation in Schwimmbädern wegen der dort üblichen spärlichen Bekleidung, ganz besonders bei Kindern. Auch das Strafgesetzbuch kann greifen, wenn der höchstpersönliche Lebensbereich durch Bildaufnahmen verletzt wird.

In den Karlsruher Bädern zum Beispiel steht das Verbot in der Badeordnung. Die Schwimmmeister sprechen Gäste gezielt an, wenn sie sehen, dass mit dem Smartphone hantiert wird.

Die Geräte sollen möglichst in den Taschen bleiben, sagt Geschäftsführer Oliver Sternagel. Die Regelung gelte seit vielen Jahren. „Es gibt keinerlei Probleme damit.“ Wer zum Beispiel ein Foto oder ein Video von seinem Kind machen möchte, solle vorher einen Schwimmmeister informieren. Sternagel rät den Gästen aber schon zum Schutz vor Diebstahl, teure Geräte zu Hause zu lassen.

Auch die Hamburger Bäderland GmbH mit zahlreichen Einrichtungen in der Hansestadt untersagt Filmen und Fotografieren per Haus- und Badeordnung. Das Freizeitbad Arriba im schleswig-holsteinischen Norderstedt, das einschließlich Strandbad mit fast 800 000 Besuchern im Jahr zu den großen Bädern in Deutschland zählt, geht noch weiter. Dort ist jegliche Benutzung von Mobiltelefonen und auch Ferngläsern verboten.

Manche Bäder wählen eine Möglichkeit, die nur das Nutzen eines Smartphones als Kamera verhindert: Am Eingang wird ein sichtbares Siegel auf die Linse geklebt, das sich ähnlich wie eine Autovignette nur in Einzelteilen wieder ablösen lässt.

Unternehmer Holger Ditzel hat das Produkt 2004 auf den Markt gebracht, um Industriespionage zu verhindern. Aber auch in psychiatrischen Einrichtungen werde es eingesetzt. „Ein Fotografierverbot alleine bringt nichts, da hat man keine Kontrolle“, sagt Ditzel. Aus dem Freizeitbereich hätten zunächst Thermen mit Saunabetrieb angefragt, später seien Freizeitbäder dazugekommen. In dieser Saison registriere er vermehrt Anfragen auch von Freibädern. Inzwischen seien es knapp 20 Bäder in Deutschland, Tendenz steigend.

Manche Schwimmbäder greifen zu einfachen Aufklebern, die eigentlich dazu gedacht sind, Linsen an Computern abzukleben, um Missbrauch durch Hacker zu verhindern. Diese seien jedoch leicht abzulösen und anschließend wieder aufzukleben, sagt Ditzel.

Die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen e.V. stellt Badbetreibern ein Muster für eine Haus- und Badeordnung zur Verfügung, nach der das Fotografieren und Filmen fremder Personen und Gruppen ohne deren Einwilligung nicht gestattet ist. Die Badbetreiber sollten aber nach ihren Erfahrungen vor Ort entscheiden, was das Richtige ist, sagt Pressesprecher Joachim Heuser. Es gebe keine Statistik darüber, wie sich die mehr als 5400 Schwimmbäder in Deutschland in dieser Frage entscheiden. Heuser sieht Probleme bei der Kontrolle: „In einem Bad, das an einem sonnigen Tag 5000 oder mehr Besucher hat, dürfte es schwer bis unmöglich sein, ein Handyverbot zu überprüfen oder durchzusetzen.“

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Neu im Netz
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. Klicken Sie hier, um die Galerie für den Dezember 2017 zu sehen!

Jetzt geht es los - Aber wann ist der perfekte Zeitpunkt zum Weihnachtsbaumkauf?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

24. Juli 2017 - Alev Doğan in Allgemein

Es gibt eine Wahrheit, vor der auch ich mich schon lange drücke. Eine, die auszusprechen weh tut: Um die Türkei steht es im Moment nicht gut. Ach was, um die Türkei steht es im Moment miserabel.

mehr