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Norddeutschland . . . und wir haben es lieber kühl
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21:14 26.07.2016

25 Grad zeigt die Quecksilbersäule, da wünscht sich mancher ein kühles Plätzchen. Tatsächlich gibt es im Norden Orte, an denen Urlauber und Einheimische sich so richtig frischmachen können – bei Minusgraden, mit Eis und Schnee. Der winterlichste Platz ist die Skihalle von Wittenburg (Kreis Ludwigslust-Parchim). Bei hitzegestressten Urlaubern gilt das Alpincenter an der Autobahn 24 als Geheimtipp. Es gibt Tage, da haben sie Pisten und Eislauffläche fast für sich allein. Was Spontanbesucher überraschen wird: Sie treffen auf ein internationales Publikum. „Wir haben gerade Gäste aus Dänemark, Österreich und Australien“, erzählt der Leiter der Skischule, Michael Förster.

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Ski-Talent Tina Schädle (14), Tiroler Meisterin im Super G..

Am Skiverleih sucht Franko Bordihn gerade passende Bretter für Kinder heraus. Camilla und Christian Spohr aus dem dänischen Dragør kommen richtig ins Schwitzen, ehe alle in der Ski-Kluft stecken. „Im Sommer war ich noch nie Skilaufen“, sagt Victoria (13). Ihre Geschwister Liva (3), Seier (5) und Willas (6) auch nicht. Im Winter schon. „In Schweden und Norwegen“, erzählt Mama Camilla (40). Auf das Mecklenburger Alpincenter stieß die Familie, als sie nach dem Frankreich-Urlaub einen Zwischenstopp suchte, „wo man etwas Schönes machen kann“. Nach Disneyland Paris bekam Wittenburgs Schneepiste den Zuschlag.

Auch die dänische Familie, die nach den Spohrs zum Sessellift eilt, kennt Skisport bisher nur aus Skandinavien. „Im Internet fanden wir das hier, wir sind neugierig“, sagt Rudi (41). Zwei Übernachtungen hat der Familienvater gebucht. Er muss sich sputen, Söhnchen Karl Johann (6) und Tochter Sara (9) wollen auf die Piste. Sohn Mads (14) ist längst oben am Start.

Stammgast im norddeutschen Alpincenter ist Thomas Schädle (49) aus Österreich. Als Trainer war er bereits mehrmals mit der japanischen Ski-Alpin-Nationalmannschaft in Wittenburg. Dieses Jahr kommt er mit Tochter Tina und Sohn Lukas. Die 14-Jährige absolviert mehrere Trainingseinheiten auf der 330 Meter langen Abfahrt. „Wir testen Ski und Schuhe für die neue Saison“, sagt Thomas Schädle. In den Alpen seien Trainingsmöglichkeiten derzeit begrenzt. Mehrere Sommerski-Gebiete wurden gesperrt, um die Gletscher zu schonen. „Die Halle ist perfekt“, urteilt der Trainer. „Kein Wind und gleichbleibende Schneeverhältnisse.“ Chef-Skilehrer Förster freut sich über das Lob. Der Thüringer weiß, was Profis brauchen. „Feste Pisten, die sich nicht so schnell ausfahren.“ Das schätzen auch andere Ski-Asse. Die Weltcup-Mannschaften aus Russland, den USA und Korea haben in Wittenburg Trainingseinheiten absolviert, auch der deutsche Kader hat sich angemeldet.

Neben dem Abfahrtslauf können Besucher, die bei hochsommerlicher Hitze etwas Abkühlung suchen, auch Schlittschuhlaufen, Reifen-Rodeln und Snowboardfahren. Die Skihalle des Alpincenters Wittenburg ist täglich von 10 bis 21 Uhr geöffnet. Für Urlauber sei gesagt: Wer mit Schnee und Eis doch nichts am Hut hat, kann im nahen Zachin auch Wasserski fahren.

Elke Ehlers

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