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Norddeutschland 10 000 Euro: Land lockt Meister mit Gründungsprämie
Nachrichten Norddeutschland 10 000 Euro: Land lockt Meister mit Gründungsprämie
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21:28 04.12.2018
Die Gründung eines Meisterbetriebes in Schleswig-Holstein soll wieder attraktiver werden. Dafür will die Landesregierung viel Geld zur Verfügung stellen. Quelle: DPA
Lübeck/Kiel

Egal ob Friseur, Maler oder Maurer: Wer in Schleswig-Holstein einen Meisterbetrieb gründet oder übernimmt, kann sich in Zukunft über bis zu 10 000 Euro vom Land freuen. Das Kieler Wirtschaftsministerium hat jetzt ein Konzept für die Einführung der sogenannten Meistergründungsprämie vorgelegt. Das Land soll demnach jährlich bis zu 2,7 Millionen Euro für die Förderung zur Verfügung stellen, um die Zahl der meisterbetriebenden Unternehmen in Schleswig-Holstein zu erhöhen. Der Landtag muss dem Programm noch zustimmen.

LN-Existenzgründerpreis

Zum neunten Mal loben die Lübecker Nachrichten einen Preis für mutige Firmengründer aus. Für die Verleihung des LN-Existenzgründerpreises im Frühjahr 2019 können Sie sich schon jetzt bewerben. Teilnahmeberechtigt sind volljährige Existenzgründer mit Unternehmen, die nach dem 1. Januar 2015 gegründet wurden und ihren Sitz im Raum Lübeck haben.

5000 Euro gibt es für den Existenzgründerpreis, gestiftet von Juwelier Mahlberg, 3000 Euro für den LN-Innovations- und Mutpreis für eine ungewöhnliche Geschäftsidee sowie einen Nachfolgepreis (gestiftet von der Bockholdt KG) Einsendeschluss ist der 29. März 2019.

Mehr Infos unter www.LN-existenzgruenderpreis.de.

Ursprünglich war die Einführung erst für 2020 geplant, jetzt soll die Meistergründungsprämie bereits nächstes Jahr kommen. Wer erstmalig ein Meisterunternehmen gründet, übernimmt oder aktiver Mitunternehmer wird, hat künftig dann in einer ersten Stufe Anspruch auf eine Förderprämie von 7500 Euro. Weitere 2500 Euro gibt es, wenn nach drei Jahren ein Arbeits- oder Ausbildungsplatz geschaffen wird. Damit soll laut Wirtschaftsministerium unter anderem eine gewisse Nachhaltigkeit gewährleistet werden.

Zahl der Meister sinkt bundesweit

Hintergrund: Der Anteil der Betriebsinhaber im Land, die über 50 Jahre alt sind, liegt laut Handwerkskammer Schleswig-Holstein bereits bei 53 Prozent. In den kommenden Jahren steht somit ein Großteil der Unternehmen vor einer möglichen Übergabe. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Meister seit 2004 bundesweit. Von meistergeführten Unternehmen erhofft sich das Land aber eine höhere Überlebenswahrscheinlichkeit und Ausbildungsbereitschaft sowie Innovationsfähigkeit. „Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Fachkräftemangels sollten Meistergründungen deshalb gezielt gefördert werden“, heißt es in dem Konzept.

Darum soll Kiel im ersten Jahr der Einführung eine Million Euro investieren, nach Etablierung des Programms ist mit einer Steigerung in den kommenden zwei Jahren auf jeweils rund 2,1 Millionen Euro sowie ab dem vierten Jahr auf 2,7 Millionen Euro zu rechnen. Das Ministerium geht von insgesamt rund 275 Meistergründungen im Jahr aus.

Freude über Förderung

„Wir freuen uns wahnsinnig darüber, dass die Prämie eingeführt werden soll“, sagt Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Lübeck. Das Konzept sehe alles vor, wie die Kammer es sich gewünscht habe. „Die Prämie hat eine sehr großzügige Höhe, auch mit dem zweistufigen Modell können wir sehr gut leben.“ Von einer „hervorragenden Nachricht für das Handwerk in Schleswig-Holstein, von der vor allem junge Menschen entscheidend profitieren werden“ spricht der Stockelsdorfer FDP-Landtagsabgeordnete Jörg Hansen. „Dadurch stärken wir die kleinen und mittelständischen Unternehmen und halten die Kompetenz in Schleswig-Holstein. Dies ist ein wichtiges Signal auch für unsere Region.“

Ein kleiner Seitenhieb kommt dagegen von der Opposition: „Jeder Schritt, der Existenzgründungen erleichtert und unterstützt, ist richtig und wichtig. Noch wichtiger wäre es jedoch, die Gebühren für die Meisterausbildung abzuschaffen. Einen entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion hat Jamaika aber abgelehnt“, sagt Thomas Hölck, wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Landtag.

Viel Bauhauptgewerbe

19 113 Handwerksfirmen gibt es laut den aktuellen Zahlen des Statistikamt Nord in Schleswig-Holstein. Der Großteil davon sind Unternehmen im Bauhauptgewerbe oder im Aus­baugewerbe. An dritter Stelle stehen die Handwerke für den privaten Bedarf, wie zum Beispiel Friseure.

Die meisten selbstständigen Handwerksunternehmen im Land gibt es im Kreis Pinneberg (elf Prozent) sowie in den Kreisen Segeberg und Rendsburg-Eckernförde (jeweils zehn Prozent). Die wenigsten Handwerksunternehmen sind dagegen in den Kreisen Steinburg, Plön und Dithmarschen (jeweils fünf Prozent) sowie in den kreisfreien Städten Neumünster und Flensburg (jeweils zwei Prozent) ansässig.

Jan Wulf

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