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Norddeutschland 24 Anzeigen gegen Detlef H.
Nachrichten Norddeutschland 24 Anzeigen gegen Detlef H.
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21:13 30.04.2018
Im Skandal um den Weißen Ring Lübeck steigt die Zahl der Strafanzeigen gegen Ex-Außenstellenleiter Detlef H. weiter an. Quelle: dpa
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Lübeck

In einem der Verfahren laute der Tatvorwurf Nötigung, in den anderen Verfahren werde wegen des Vorwurfs der sexuellen Belästigung ermittelt, sagt die Sprecherin der Behörde, Oberstaatsanwältin Ulla Hingst, auf LN-Anfrage. Nach Abschluss der Ermittlungen werde der Sachverhalt in jedem Einzelfall aber noch einmal geprüft. Es sei möglich, dass der Tatvorwurf dann in einigen Fällen noch geändert werden müsse. Hintergrund: Der Straftatbestand der sexuellen Belästigung wurde erst im November 2016 ins Gesetz aufgenommen. Einige der Vorfälle, die Detlef H. vorgeworfen werden, sollen sich vorher ereignet haben.

Der mittlerweile 73-Jährige soll unter anderem Frauen sexuell belästigt oder sogar genötigt haben, die sich hilfesuchend an den Weißen Ring gewandt hatten, darunter auch Opfer von Sexualstraftaten.

Detlef H. weist alle Vorwürfe zurück, hat seinerseits Anzeige gegen unbekannt wegen Verleumdung erstattet. Voraussichtlich im Mai soll H.s Verteidiger dann Akteneinsicht erhalten, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Dort überprüfe man derzeit auch Fragen im Zusammenhang mit der Nutzung von Polizeidienstfahrzeugen durch pensionierte Polizeibeamte, sagt Ulla Hingst. Hintergrund: Ein mutmaßliches Belästigungsopfer hatte angegeben, dass es zu dem Vorfall in einem zivilen Streifenwagen gekommen sei, den H., ein pensionierter Polizist, als Weißer-Ring-Außenstellenleiter habe nutzen dürfen. Nach LN-Informationen soll das Landespolizeiamt die Erlaubnis dazu im Jahr 2005 erteilt haben. Heute beurteilt man das im Landespolizeiamt selber als regelwidrig. Es werde bei der Staatsanwaltschaft jetzt der Frage nachgegangen, ob und gegebenenfalls auf welcher Rechtsgrundlage „in der Vergangenheit durch das Landespolizeiamt in Kiel für nicht mehr im Dienst befindliche Polizeibeamte sogenannte Berechtigungsscheine zum Führen polizeilicher Dienstfahrzeuge ausgestellt worden sind“, sagt Ulla Hingst.

Wolfram Hammer

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