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256 Kadetten vereidigt: Stramm stehen für die Ministerin

Flensburg 256 Kadetten vereidigt: Stramm stehen für die Ministerin

Von der Leyen lobt Offiziersanwärter: „In unsicheren Zeiten Verantwortung übernehmen“.

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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) schreitet in der Marineschule Mürwik die Formation ab.

Quelle: Daniel Reinhardt/dpa

Flensburg. Bei der feierlichen Vereidigung von 256 Marine-Kadetten in Flensburg hat Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) die humanitären Verdienste der Seestreitkräfte gewürdigt. „Unsere Marine hat im Mittelmeer tausenden Flüchtlingen das Leben gerettet“, sagte die Ministerin vor 2000 Gästen in der Marineschule Mürwik und dankte den Soldaten für ihren Einsatz. „Aber die Marine bekämpft auch Schleuserbanden, die ohne mit der Wimper zu zucken unzählige Menschen ausnehmen und auf eine verzweifelte Reise über das Mittelmeer schicken – oft genug in den Tod.“

„Es ist herausgekommen, was von uns erwartet wird in diesem Beruf.“ Charlotte Freischlader (22), Kadettin

Pathos liegt in der Luft, die ausgefeilte Choreografie der Vereidigungszeremonie erinnert an katholische Festgottesdienste: Auf dem Rasen der traditionsreichen Marineschule aus der Kaiserzeit haben die Kadetten und Kadettinnen Aufstellung genommen, die Hände liegen flach an den Hosennähten. Das Heeresmusikkorps spielt Marschmusik, die Ministerin schreitet mit strengem Blick die Formation der Kadetten ab. Später singen die Kadetten die Nationalhymne mit. Imposante Kulisse ist die traditionsreiche Marineschule aus der Kaiserzeit, oberhalb der Förde errichtet in rotem Backstein im Stil des Deutschen Ritterordens wie die Marienburg in Ostpreußen. „In unübersichtlichen Zeiten haben Sie sich entschieden, Verantwortung zu übernehmen“, lobt von der Leyen die Offiziers anwärter – darunter 43 Frauen – und „im äußersten Fall dafür mit Leib und Leben für unsere Freiheit, für unseren Frieden einzustehen“. Zu viel Krieg, skrupellosen, wahllosen Terror und Unfreiheit gebe es in dieser Zeit.

Es ist der Tag der Kadetten, verteidigungspolitische Probleme bleiben ausgeklammert. Kein Wort über den Nachwuchsmangel bei der Bundeswehr, auch nicht über finanziell aus dem Ruder gelaufene Rüstungsprojekte oder die Debatte des umstrittenen Einsatzes der Bundeswehr im Innern. Ende des Monats plant die Ministerin eine gemeinsame Anti-Terror-Übung von Polizei und Bundeswehr.

Historische Reizbegriffe baut der Chef der Marineschule Mürwik, Flottillenadmiral Carsten Stawitzki, in seiner Begrüßungsrede ein. Eine Armee könne nicht allein auf Befehl und Gehorsam gründen.

Notwendig sei auch innere Gefolgschaft zu den gemeinsamen Zielen. Stawitzki erinnert an das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 und den gescheiterten Putsch durch Wehrmachtsoffiziere. Und er erinnert auch an den Kieler Matrosenaufstand 1918, nachdem Soldaten den Befehl verweigert hatten, noch zu einer Entscheidungsschlacht gegen die britische Marine auszulaufen. Den Bundeswehrslogan „Wir dienen Deutschland“ nennt Stawitzki „unsere Unternehmensphilosophie“, schließlich handelt es sich um eine Freiwilligenarmee und er betont den Teamgeist der Streitkräfte: „Wer möchte nicht Teil eines solchen „Wir“ sein?“

Jan, ein Zeitsoldat aus Nordrhein Westfalen, findet die Feier „zu überspitzt“. Mehr will er nicht sagen. Er ist wegen der Vereidigung seines „kleinen Bruders“ als Marine-Offiziersanwärter gekommen. Unter den 2000 Gästen sind viele Angehörige. Dagegen findet die Kadettin Charlotte Freischlader (22) aus Berlin beide Festreden gut und angemessen: „Es ist herausgekommen , was von uns erwartet wird in diesem Beruf.“ Ohne Führung geht es nicht, findet sie. Aber auch die Identifikation mit den Aufgaben und Zielen der Bundeswehr und natürlich Kameradschaft hält sie für wichtig.

Am meisten freut sie sich auf die Ausbildungszeit auf der „Gorch Fock“. Zurzeit wird das Segelschulschiff für 20 Millionen Euro repariert. Voraussichtlich im März steht es dann wieder zur Verfügung. Ab April/Mai sind Ausbildungstörns für die Crew VII/2016 vorgesehen.

Matthias Hoenig

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