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30 Greifvögel im Norden vergiftet

Kiel 30 Greifvögel im Norden vergiftet

Suche nach Täter gestaltet sich schwierig.

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Greifvögel wie dieser Seeadler sind in Deutschland streng geschützt.

Quelle: dpa

Kiel. Greifvögel wie Seeadler, Rotmilan und Mäusebussard verenden in Schleswig- Holstein bedauernswert oft infolge von Vergiftungen. Seit 2008 sind nachweislich 30 Greifvögel durch Gift getötet worden. „Das Ausmaß ist erschreckend“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) bei der Vorstellung des Jagd- und Artenschutzberichts.

Konkret wurden 70 Proben von toten Greifvögeln untersucht. In mehr als 40 Prozent der Fälle wurden tödliche Vergiftungen nachgewiesen, darunter bei neun Seeadlern, drei Rotmilanen und fünf Mäusebussarden.

Die Greifvögel sind in Deutschland streng geschützt. „Wir haben erhebliche Straftaten in diesem Bereich“, sagte Habeck. Eine schleichende Vergiftung der Vögel sei auszuschließen. „Sie wird nicht aus Versehen, sondern mutwillig herbeigeführt.“ In drei Viertel der Fälle nutzten die Täter Chemikalien, die nicht nur in Deutschland, sondern in der Regel auch in der EU verboten sind. Die Suche nach den Tätern gestaltet sich schwierig. Über ihre Gründe gibt es nur Mutmaßungen. „Man erwischt die Leute leider nicht“, sagte Habeck.

Das reale Ausmaß der Vergiftungen schätzt Habeck noch größer ein, weil die untersuchten Tiere eher zufällig gefunden wurden. Sorgen bereitet ihm der dramatisch zurückgehende Bestand der Mäusebussarde. „Die Zahl der Brutpaare im Bereich Schleswig sank seit der Jahrtausendwende von mehr als 120 auf gegenwärtig nur 30 Paare.“

Es gibt aber auch erfreuliche Nachrichten aus dem Artenschutz: 2014 brütete erstmals seit 130 Jahren wieder ein Fischadler-Paar im Land. Auch 2015 brütete das Duo im Naturpark Lauenburgische Seen.

Naturschützer hatten in potenziell geeigneten Bäumen Plattformen als Bruthilfe befestigt. „Und genau so einen Baum hat sich der Fischadler ausgesucht“, sagte Habeck.

LN

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