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40 000 Blitze über Norddeutschland

Lübeck 40 000 Blitze über Norddeutschland

Schweres Gewitter bescherte den Menschen eine unruhige Nacht. Mehrere Gebäude gingen in Flammen auf.

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LN-Leser Karsten Bader hat dieses Foto von der Lübecker Lachswehrallee aus gemacht — rechts ist das Behördenhochhaus zu sehen.

Lübeck. Ein gewaltiges Gewitter hat am Dienstag über Norddeutschland gewütet und wohl vielen Menschen den Schlaf geraubt. In den frühen Morgenstunden war die Unwetterfront von Niedersachsen über Hamburg bis nach Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern gezogen. Während Starkregen und Sturmböen sich in Grenzen hielten, waren es vor allem die Blitze, die die Einsatzkräfte in Atem hielten und in der gesamten Unwetterzone Häuser in Brand steckten. Meldungen über Verletzte gab es jedoch nicht.

„Die Zahl der Blitze war in der Tat gewaltig“, sagt Experte Sebastian Wache, Diplom-Meteorologe bei Wetterwelt in Kiel. 40 000 seien während des Unwetters auf Norddeutschland niedergegangen.

Schwerpunkt in Schleswig-Holstein war wie bereits bei dem schweren Gewitter vor einer Woche die Region Lübeck. Dort wurden gestern früh zwei Gebäude von Blitzen getroffen.

In Hamberge bei Lübeck (Kreis Stormarn) schlug ein Blitz in das gerade einmal fünf Jahre alte Haus einer jungen Familie ein. „Als wir am Einsatzort ankamen, schlugen etwa einen Meter hohe Flammen aus dem Dachfirst und das fast über die gesamte Dachlänge“, erklärte Amtswehrführer Albert Iken. Das Ehepaar — der Mann ist Feuerwehrmann in Hamberge — hatte sich unterdessen in Sicherheit gebracht. Das kleine Kind war glücklicherweise nicht zu Hause, hatte bei der Oma geschlafen.

„Das Haus ist bis auf weiteres unbewohnbar“, machte Amtswehrführer Albert Iken deutlich. Durch die enorme Energie des Blitzes seien sämtliche Stromleitungen im Haus verkohlt. „Der Blitz ist bis hinunter in den Heizungskeller geschlagen“, sagte Iken. Wie hoch der Schaden an dem Haus ist, muss nun ein Gutachter klären. Die betroffene Familie kommt zunächst bei Verwandten im Ort unter.

Einen großen Feuerwehreinsatz gab es am frühen Morgen auch im ostholsteinischen Kellenhusen. Dort hatte ein Blitz in ein Mehrfamilienhaus eingeschlagen, Verletzte gab es jedoch nicht. „Wir hatten wirklich Glück, dass sich durch den Einschlag kein offenes Feuer entzündet hatte“, sagte Gemeindewehrführer Hans Werner Landschoof. Von den zwölf Mietparteien mussten lediglich die Bewohner der oberen Etage ihre Wohnungen zunächst räumen. Die Schadenshöhe ist auch hier noch unklar. Ein weiterer Einsatz schloss sich unmittelbar an: Nach sintflutartigem Regen mussten zwei Keller im Ostseebad Kellenhusen leer gepumpt werden.

Am schlimmsten hatte es in der Nacht allerdings Niedersachsen erwischt. Im ganzen Land kam es zu sechs Bränden nach Blitzeinschlägen. Unter anderem brannten in Hannover ein Wohnhaus und eine Lagerhalle, in Winsen an der Luhe ebenfalls ein Wohnhaus. Auch im Kloster Escherde bei Hildesheim schlug der Blitz ein und setzte den Dachstuhl in Brand. Ein Blitzschlag in einen Stromkosten löste zudem eine Sperrung der Bahnstrecke zwischen Hannover und Kassel aus.

Die Einsatzkräfte in Mecklenburg-Vorpommern meldeten zwei brennende Häuser nach Blitzeinschlägen. In Michaelsdorf (Kreis Vorpommern-Rügen) hatte der Dachstuhl eines Reetdachhauses Feuer gefangen — das Einfamilienhaus brannte vollständig herunter. In Schwerin-Warnitz schlug der Blitz in das Dach eines Doppelhauses ein. Das Gebäude ist vorerst unbewohnbar.

Laut Wetterwelt-Meteorologe Sebastian Wache liegt der norddeutsche Raum gegenwärtig in einer Zone mit mäßig warmen Luftmassen, während es im Rest der Republik sehr heiß ist. „Der Temperaturunterschied zwischen Schleswig-Holstein und Brandenburg beträgt etwa zehn Grad“, sagt Wache. An der Grenze beider Luftmassen sei die Gewittertätigkeit besonders ausgeprägt.

Nach einer grundsätzlichen Wetteränderung sieht es derzeit nicht aus. Hoch „Hildegard“ wird in den kommenden Tagen für trockenes und warmes Wetter sorgen. Schon am Wochenende könnten aber wieder neue Regengüsse und Gewitter folgen. ov/jeb/LG

Nicht alles ist versichert
Blitzschläge richten an Gebäuden oft große Schäden an. Die Hausratversicherung bietet in solch einem Fall einen guten Schutz. Sollte es durch Blitze zu einem Brand kommen, so gilt der Schaden als versichert. Auch der Wasserschaden durch Löscharbeiten ist versicherungstechnisch abgedeckt. Doch nicht nur Gebäude, auch elektrische Geräte wie Computer, Fernseher oder Kühlschränke können beschädigt oder zerstört werden, wenn Blitze durch die Stromleitungen fließen. Standardmäßig sichern viele Hausratpolicen dieses Risiko jedoch nicht ab. Daher ist es ratsam, bei der Tarifwahl aufzupassen und gegebenenfalls eine entsprechende Option zu wählen.

LN

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