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Norddeutschland 50-Euro-Blüten: Polizei hebt Fälscherwerkstatt in Trittau aus
Nachrichten Norddeutschland 50-Euro-Blüten: Polizei hebt Fälscherwerkstatt in Trittau aus
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11:08 23.11.2016
Ein Falschgeld-Experte vergleicht eine 50-Euro-Blüte (l.) mit einem Musterschein der Deutschen Bundesbank. Quelle: BÜTTNER/DPA
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Trittau/Hamburg

Über die enge Vernetzung der Falschgelddienststellen im gesamten Bundesgebiet erhielten die Hamburger Ermittler Hinweise auf den Geldfälscher - die Spur führte die Beamten des LKA 52 zu einem 22-jährigen Deutschen, der im Verdacht steht, im Internet 50 Euro-Falsifikate anzubieten und diese anschließend auf dem Postwege zu verschicken.

Zudem hat der Beschuldigte nach bisherigem Erkenntnisstand mehrfach bei selbst getätigten Einkäufen über „eBay Kleinanzeigen“ mit falschen Geldnoten die Ware bezahlt. Der 22-Jährige wurde in Trittau vorläufig festgenommen, als er zusammen mit seiner 20-jährigen Begleiterin im Begriff war, zwei Pakete zum Versand in einem Paketshop abzugeben. Die Pakete wurden beschlagnahmt. In diesen befanden sich diverse 50 Euro-Blüten.

Nach LN-Informationen waren an der Festnahme der beiden Verdächtigen auch Einsatzkräfte aus Schleswig-Holstein beteiligt. Dabei wurde eine Wohnung in Trittau unweit der Hamburger Stadtgrenze durchsucht. Die Ermittler stellten dem Vernehmen nach einen Computer, Drucker, Mobiltelefone und Versandmaterial sicher.

Die Polizei will die Fundstücke am heutigen Mittwoch der Öffentlichkeit präsentieren und Angaben zum Umfang der Beute machen. Die Ermittlungen führt die Staatsanwaltschaft Hamburg.

Das Landeskriminalamt (LKA) in Kiel hatte in jüngster Vergangenheit immer wieder vor einer wachsenden Flut von Falschgeld in Schleswig-Holstein gewarnt. Von 2014 bis heute wurden über 6000 Anzeigen geschrieben, 6947 Blüten wurden im Zahlungsverkehr sichergestellt. Bei den Fälschungen handele es sich um professionell hergestellte Drucke. Sicherheitsmerkmale wie das Wasserzeichen, der Sicherheitsfaden und die Folienelemente würden auf dem Falschgeld täuschend echt nachempfunden. Übers Internet stecken sogar chinesische Händler im Geschäft, indem sie Hologramme anbieten, die man zur Falschgeld- Herstellung braucht. Auch übers Darknet werde Falschgeld verkauft – anonym angeboten und dem Kunden anonym zugestellt. Die meisten gefälschten Noten aber stammten aus illegalen Druckereien in Italien, teilte LKA-Sprecherin Carola Jeschke mit.

Der letzte große Schlag gegen die Falschgeld-Kriminalität war den Ermittlern Ende 2013 gelungen. Dabei wurden zwei Studenten erwischt, die Blüten vor allem in kleinen Bäckereifilialen, Fleischereien und bei Discountern in mehr als 80 Fällen in Umlauf gebracht hatten – unter anderem in Lübeck. Die jüngsten Festnahmen in Trittau bestätigen eine Annahme des LKA Kiel: Als Schwerpunkt für Falschgeld-Kriminalität im Norden gilt das Hamburger Umland.

Geldfälschung wird mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr aufwärts bestraft. Gewerbsmäßige Bandenmitglieder müssen mit mindestens zwei Jahren Haft rechnen.

Von Curd Tönnemann

Falsche Fuffziger

Der 50-Euro-Schein wird am häufigsten gefälscht. Der Zwanziger wird weniger gefälscht, seit im November 2015 die „Europa-Serie“ eingeführt wurde. Laut Deutscher Bundesbank soll die überarbeitete neue 50-Euro-Note im April 2017 erscheinen.

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