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Norddeutschland 50-Euro-Blüten zum Preis von 7,50 Euro
Nachrichten Norddeutschland 50-Euro-Blüten zum Preis von 7,50 Euro
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21:24 23.11.2016
Uwe Kelting zeigt die gefälschten 50-Euro-Scheine. FOTO: HEIMKEN/DPA
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Hamburg/Trittau

Er soll 50-Euro- Blüten im Internet angeboten und per Post verschickt haben: Die Hamburger Polizei hat gestern Einzelheiten zur Festnahme eines mutmaßlichen 22-jährigen Geldfälschers im stormarnschen Trittau bekanntgegeben (die LN berichteten). Bei der Durchsuchung am 17. November hätten die Ermittler falsche Scheine in einer Summe von rund 100000 Euro entdeckt, teilte eine Polizeisprecherin mit.

Der 22-Jährige soll Teil einer Bande gewesen sein, die Polizei sieht ihn als Haupttäter. Auch seine 20 Jahre alte Freundin werde beschuldigt. Doch wer die anderen Mittäter sind, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen noch nicht sagen.

Inzwischen wurde Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen. Die kopierten Fälschungen habe er über eine verschlüsselte Internetseite für 7,50 Euro pro Schein angeboten, berichtete Uwe Kelting, der beim Hamburger Landeskriminalamt für Falschgelddelikte zuständig ist. Wer mehr bestellte, bekam Rabatt. Derzeit würden die Kunden des 22-Jährigen ermittelt, auch ihnen drohten Strafen.

Der Verhaftete hatte laut Polizei zudem mehrfach über eine Kleinanzeigen-Seite im Internet eingekauft und mit Falschgeld bezahlt. Die Taten sollen seit Februar dieses Jahres verübt worden sein. Die Festnahme gelang den Ermittlern mit Unterstützung von Kollegen aus Schleswig-Holstein.

Die Beamten schnappten den 22-Jährigen, als er zusammen mit seiner Freundin zwei Pakete abschicken wollte. „Für uns war das ein schöner Erfolg“, berichtete Kelting. In den Paketen steckten 50-Euro-Fälschungen. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Trittau fanden die Ermittler Drucker, Handys und Versandmaterial. In einem Auto lagen viele Bögen mit aufgedruckten Geldscheinen. Der 22-Jährige schwieg in den Vernehmungen zunächst.

Die Blüten seien in diesem Fall schlecht gemacht, viele Sicherheitsmerkmale von echten Geldscheinen fehlten, erklärte Kelting. Trotzdem hätten es Täter nicht schwer, solche Fälschungen in Umlauf zu bringen – vor allem auf Weihnachtsmärkten oder im Supermarkt. Der Dezember gilt traditionell als „Hochsaison“ für Geldfälscher. Immer mehr Menschen versuchten so ein Geschäft zu machen, sagte Kelting. „Unprofessionell zu fälschen, nimmt immer mehr zu. Wir betrachten das mit Sorge.“ Das Landeskriminalamt Kiel verzeichnete zuletzt einen Anstieg von Fälscherkriminalität.

LN

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