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Norddeutschland 700 Kilometer auf dem Board
Nachrichten Norddeutschland 700 Kilometer auf dem Board
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18:10 28.07.2018
Die Freiheit auf dem Brett fasziniert Manuel Klein (32) und Joel Pingel (18/r.) am meisten. Gemeinsam mit Timo Kohnert fahren sie bis nach Schweden.
Hamburg/Göteborg

Freiheit. Das ist das Stichwort, dass die Freunde Joel Pingel (18), Timo Kohnert (18) und Manuel Klein (32) mit dem Longboardfahren verbinden. „Es ist ein unfassbares Gefühl, wenn man auf dem Board steht“, sagt Klein, denn man habe die maximale Bewegungsfreiheit. „Mich fasziniert, dass man sehr weite Strecken zurücklegen kann, obwohl das Fortbewegungsmittel an sich sehr klein ist“, sagt der studierte Wirtschaftsingenieur.

Ein Kraftakt auf rollenden Brettern: Drei junge Kerle wollen mit ihren Longboards etwa 700 Kilometer zurücklegen. Start ist in Hamburg. Ziel ist das schwedische Göteborg. Das ganze dient einem guten Zweck, denn sie sammeln Spenden für die Studenteninitiative Weitblick.

Warum sie gemeinsam den Marathon wagen: „Wir sind alle gleich verrückt“, erklärt der Schüler aus Geesthacht, Joel Pingel. Seit einem Jahr kennen sie sich und waren auch schon mehrmals gemeinsam „rollen“, wie sie es nennen. Nun begeben sie sich auf ihre längste Longboardtour. Zwei Wochen haben sie Zeit, die Strecke zu meistern. „Wir rechnen durchschnittlich mit einer Geschwindigkeit von elf Kilometern die Stunde“, sagt Pingel. Pro Tag sind es etwa 65 Kilometer, die sie zurücklegen müssen.

Vom Rathausplatz der Hansestadt geht es in Richtung Osten auf die Insel Rügen. Mit einem kleinen Abstecher ins schwedische Trelleborg, fahren sie anschließend weiter nach Kopenhagen. Ganz ohne Rast geht das natürlich nicht. Nach sechs Tagen Fahrt ist dort eine zweitägige Halbzeitpause geplant. Fünf Tage brauchen sie dann bis Göteborg, von wo aus sie mit der Fähre nach Kiel und dann mit dem Zug nach Hamburg heimkehren. „Bei der Planung haben wir auf drei Dinge Wert gelegt: die Bodenbeschaffenheit, die Asphaltierung, und die Steigung der Strecke“, erklärt Klein.

Gestern machten sich die Longboarder mit zwei befreundeten Fahrradfahrern auf den Weg. Ein wichtiger Begleiter ist zudem die Filmausrüstung. Mit kleinen Body-Cams, ihren Smartphones und einer filmenden Drohne dokumentieren sie ihre Erlebnisse und laden sie täglich auf der Video-Plattform Youtube hoch. Longboard-Fans oder Freunde können sie dadurch auf der Tour begleiten. „Dort kann man dann sehen, was so passiert und wie es uns auf der Tour ergeht“, sagt Klein. Die Tour filmisch zu begleiten sei eine anstrengende Arbeit, erklärt er, denn für eine Minute Video braucht er etwa eine Stunde zum Schneiden.

Im Laufe der Planung entschieden sie, aus der Longboardtour auch einen Spendenmarathon zu machen. „Nach langer Online-Recherche kamen wir zu dem Schluss, etwas Lokales zu unterstützen“, sagt der Schüler, Timo Kohnert. Entsprechend wichtig war es ihnen, die Personen der Organisation kennenzulernen. Nach einem kurzen Besuch vor Ort entschieden sie sich für die Studenteninitiative Weitblick, die unter anderem an der Universität Hamburg aktiv ist. Ihr Fokus: Bildungsprojekte für sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche. Mit Workshops und Unternehmungen kümmerten sie sich unter anderem für die Integration von Jugendlichen. Und das alles auf ehrenamtlicher Basis. „Die Arbeit der Initiative finden wir klasse und wollen sie mit der Tour unterstützen“, sagt Klein. 700 Euro, angelehnt an die 700 Kilometer Strecke, möchten sie zusammenbekommen.

Neben den spektakulären Bildern ist auf den Youtube-Kanälen von Joel Pingel und Manuel Klein ein Link zur Spendenwebseite zu finden.

Von Fabian Boerger

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