Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland 77 000 neue Arbeitsplätze im Norden: Der Jobmotor brummt
Nachrichten Norddeutschland 77 000 neue Arbeitsplätze im Norden: Der Jobmotor brummt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:13 02.11.2016
Die Arbeitslosigkeit in Schleswig-Holstein ist so niedrig wie seit 24 Jahren nicht mehr.  Quelle: dpa
Anzeige
Lübeck

„Seit 2012 wurden im Land insgesamt 77 400 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen“, lobt Kiels SPD-Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (Foto). Insgesamt stehen jetzt 946 000 Jobs bereit. Die kräftigsten Zuwächse verbuchten das Gesundheitswesen, der Handel und das Baugewerbe. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl der Arbeitslosen noch mal um 4,6 Prozent, im Vergleich zum September um 2,6 Prozent. Der Rückgang zum Vorjahr ist damit stärker ausgefallen als in den letzten drei Jahren, sagt die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur Nord, Margit Haupt-Koopmann. Eine deutliche Zunahme der gemeldeten offenen Stellen dokumentiere zudem eine ungebrochen hohe Einstellungsbereitschaft der Betriebe. „Speziell die Gruppe der unter 25-Jährigen hat davon profitiert.“ Die Betriebe hätten die Chance genutzt, Ausbildungsplätze zu besetzen oder junge Fachkräfte zu übernehmen. Außerdem ging die Zahl der Langzeitarbeitslosen um sieben Prozent zurück.

Unter den Kreisen ist Stormarn Job-Spitzenreiter, Dithmarschen hat mit 6,4 Prozent die höchste Arbeitslosenquote. Bei den kreisfreien Städten steht Lübeck mit 8,5 Prozent am besten da, Kiel und Neumünster liegen bei neun Prozent.

Auf dem Ausbildungsmarkt sieht es auch wegen des doppelten Abiturjahrgang nicht ganz so gut aus. Von 19 360 jungen Leuten, die eine Ausbildung suchen, sind noch 1700 unversorgt, nur 1100 Lehrstellen sind noch unbesetzt – von 18 600 gemeldeten. Haupt-Koopmann bleibt dennoch optimistisch: „Da geht bis Jahresende noch eine ganze Menge.“ Mit neuen Projekten sollen zudem mehr Flüchtlinge für eine Ausbildung oder eine Arbeit fit gemacht werden. Derzeit sind im Land 216 Flüchtlinge in Ausbildung, über 700 in Arbeit. 2000 sind arbeitslos gemeldet, die übrigen der 35 000 Neuankömmlinge befinden sich zumeist noch im Asylverfahren. Die Unternehmen hätten großes Interesse an diesen Arbeitskräften, so Meyer und Haupt-Koopmann. In einem Kooperationsmodell können sie jetzt schon parallel zu Integrations- und Deutschkurs in einem Betrieb modulweise ausgebildet werden.

„Die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen ist nach wie vor ungebrochen“, sagt Sebastian Schulze vom Unternehmerverband UV Nord. Sie müssten häufig aber sehr viel Aufwand betreiben, um den passenden Bewerber zu finden. DGB- Nord-Chef Uwe Polkaehn fordert die Arbeitgeber auf, mehr qualifizierte Ausbildungsplätze bereit zu stellen. Zwar suchten viele Unternehmen Fachkräfte, „aber sie tun zu wenig, um welche auszubilden“. Von Wolfram Hammer und Christian Risch

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige