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Norddeutschland 80 Kilo Kokain in Grillkohle geschmuggelt
Nachrichten Norddeutschland 80 Kilo Kokain in Grillkohle geschmuggelt
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21:14 03.06.2016
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Hamburg

. Rund 80 Kilo Kokain aus Paraguay sollten als Grillkohle getarnt über Hamburg nach Bayern geschmuggelt werden – dafür muss ein 62-Jähriger nun für siebeneinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Hamburger Landgericht verurteilte den Mann aus der Nähe von Augsburg wegen Einfuhr von und Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Ein 49 Jahre alter Mitangeklagter wurde freigesprochen. Er habe zu der Tat beigetragen, aber nicht gewusst, dass es um ein Kokaingeschäft ging. Die Staatsanwaltschaft hatte eine achtjährige Haftstrafe für den älteren Angeklagten und eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren für den jüngeren gefordert.

Der Hamburger Zoll hatte im August vergangenen Jahres 863 „Kokaineier“ entdeckt, perfekt getarnt unter einer Ladung von 18 Tonnen Grillkohle. Bei der Kontrolle hatten drei Drogenspürhunde nichts erschnuppert, auch bei einer Durchleuchtung in einer Röntgenanlage konnten die Beamten nichts sehen, wie der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung erklärte. Erst die Durchsuchung der Kohlesäcke von Hand habe das „Koks“ zutage gefördert. Das sehr reine Rauschgift habe einen Wert von drei bis fünf Millionen Euro gehabt, wie üblich gestreckt hätte es im Straßenverkauf zehn bis 15 Millionen Euro einbringen können.

Die Zöllner verschlossen und versiegelten den Container wieder und ließen ihn an seinen Bestimmungsort Gessertshausen bei Augsburg gehen. Im Oktober wurden dort drei Verdächtige verhaftet. Wie sich herausstellte, war einer von ihnen nur ein ahnungsloser Strohmann zur Gründung der Importfirma gewesen. Die anderen beiden kamen vor Gericht.

Sie hatten im Prozess umfangreiche Geständnisse abgelegt, die die Strafkammer in ihrer Strafzumessung würdigte. Auch der Hauptangeklagte habe womöglich nicht von Anfang an gewusst, dass es um Kokain ging. Eine befreundete Familie aus Südamerika, die ihm schon zuvor geholfen hatte, hatte ihn um einen Gefallen gebeten.

LN

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