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Norddeutschland 950 Landesstraßen-Kilometer sind marode
Nachrichten Norddeutschland 950 Landesstraßen-Kilometer sind marode
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20:09 29.10.2018
Baustellen wird es in Schleswig-Holstein künftig noch mehr geben. Das Land saniert bis 2022 gut 900 Kilometer Landstraßen. 90 Millionen Euro stellt die Jamaika-Regierung dafür pro Jahr bereit. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Schleswig-Holsteins Landesregierung hat den Startschuss für eine schnellere Sanierung der maroden Landesstraßen gegeben. 90 Millionen Euro sollen künftig pro Jahr dafür bereitstehen. Bis 2022 sollen 50 Prozent der Fahrbahnen und Radwege bereits wieder in einem sehr guten Zustand sein. Bis 2030 will man das Netz durchsaniert haben.

900 Kilometer Landesstraße werden bis 2022 saniert

Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr hat dazu auf Grundlage eines Zustandsberichts eine Prioritätenliste erstellt. Vor allem im Norden des Landes werden schon bald die Bagger rollen. Dort sei in den vergangenen Jahren deutlich weniger investiert worden als nötig. Es werde dadurch in den kommenden Jahren auch deutlich mehr Baustellen geben, kündigte FDP-Verkehrsminister Bernd Buchholz an. Das sei aber unumgänglich, auf das Straßennetz wieder auf Vordermann zu bringen.

Kiels FDP-Verkehrsminister Bernd Buchholz legte am Montag einen Plan für die Sanierung der Landesstraßen im Norden vor. Quelle: Public Address

Derzeit gelten 950 der 3541 Landesstraßen-Kilometer als dringend sanierungsbedürftig. Etwa 900 Kilometer davon sollen bis einschließlich 2022 repariert sein. Je 70 der 90 Millionen Euro pro Jahr werde dafür ausgegeben. Zudem werden für je 20 Millionen Euro pro Jahr 400 Kilometer Radwege und mehr als 50 Brücken saniert. „Die gleichzeitige Instandsetzung der Radwege ist mir besonders wichtig“, sagt Buchholz. Der Norden verfüge schließlich über das am besten ausgebaute Radwegenetz in ganz Deutschland.

190 Einzelmaßnahmen will der Landesbetrieb bis 2022 insgesamt umsetzen. Straßen mit Netzfunktion, viel öffentlichem Nahverkehr sowie wirtschaftlicher und touristischer Bedeutung rangieren auf der Liste ganz oben. Der gesamte Sanierungsstau des Landstraßennetzes belaufe sich nach derzeitigen Baupreisen auf 1,2 Milliarden Euro.

Landesbetriebs-Chef Torsten Conradt betonte, man werde nicht alle Bauarbeiten in die Ferienzeit legen können. Man werde die Bauarbeiten breiter aufs Jahr verteilen müssen. Die Behinderungen für den Berufsverkehr und für Anwohner wolle man aber durch gute Planung und Umleitungen in Grenzen halten. Der Bauwirtschaft wolle man durch das langfristige Programm Planungssicherheit geben, sagt Buchholz. Sonst seien die Betriebe wohl kaum bereit, ihr Personal und ihre Maschinenkapazitäten so aufzustocken, dass die Arbeiten auch zügig erledigt werden können.

Der Landesbetrieb sucht jetzt personelle Verstärkung

Auch der Landesbetrieb selber will sein Personal von bislang 65 Mitarbeitern um weitere 25 Stellen aufstocken, um alle Aufgaben abarbeiten zu können. Man freue sich über jede Bewerbung, sagt Conradt. Straßenbau-Ingenieure werden gesucht, aber auch Techniker und Bauaufseher.

Im Kreis Stormarn werden bis 2022 insgesamt 40 der 206 Kilometer Landesstraßen saniert. Kosten: 16 Millionen Euro. Unter anderem dabei: Die L 226 zwischen der A 21 und Sülfeld, die schon 2019 saniert wird, und 2020 die L 81 zwischen der B 432 und Grabau. In den Kreis Segeberg fließen für die Sanierung von 28 der 246 Kilometer 27 Millionen Euro. 2020 etwa ist die Ortsdurchfahrt Kaltenkirchen dran, 2022 dann die L 167 zwischen Leezen und Neversdorf.

Im Kreis Ostholstein werden für 41 Millionen Euro 101 von 283 Kilometern instand gesetzt, 2019 zum Beispiel die L 57 zwischen Eutin und Schönwalde und 2020 die L 309 zwischen Süseler Moor und Neustadt. Im Herzogtum Lauenburg sind es 38 von 272 Kilometern, 2019 zum Beispiel die Ortsdurchfahrt Glinde und 2020 die Ortsdurchfahrt Gudow. Kostenpunkt aller Maßnahmen zusammen: 15 Millionen Euro. Die Hansestadt Lübeck saniert ihre Straßen in eigener Regie.

Wolfram Hammer

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