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A-1-Baustelle: Schnelle Lösung gesucht

Lübeck A-1-Baustelle: Schnelle Lösung gesucht

Alpine-Pleite trifft auch Lübecker Hafen-Verkehr. Wird die sanierungsbedürftige Fahrbahn wieder freigegeben?

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Lübeck. Desaster um brach liegende Autobahn-Baustellen: Für Thomas Rackow vom Verband Güterverkehr und Logistik (VGL) sind es vor allem Lübecker Spediteure, die jetzt schwer gekniffen sind. Ware, die vom Lübecker in den Hamburger Hafen und zurück über die A 1 befördert werde, sei staubedingt eine Stunde länger unterwegs. Das koste viel Geld.

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Die Baustelle auf der A1 zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) ruht — hier ein Blick nach Norden. Grund: Die Baufirma Alpine Bau ist pleite.

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Üblich sei eine Stunde Fahrzeit, derzeit müssten zwei Stunden veranschlagt werden. Und ein Ende der „Katastrophe“ sei nicht abzusehen. Denn wie und wann es auf der 6,5 Kilometer langen Baustelle zwischen Reinfeld und Bad Oldesloe (beide Kreis Stormarn) nach der Pleite des Autobahnbauers Alpine weitergeht, steht in den Sternen. Ursprünglich sollte der Verkehr ab November ungehindert fließen.

Rackow rechnet vor: Eine Arbeitsstunde kostet eine Spedition 70 Euro. Eine Fuhre von Lübeck nach Hamburg und zurück verursache somit staubedingte Mehrkosten von 140 Euro. Soeben habe ein Lübecker Spediteur bei ihm geklagt, dass er mit seinen 20 Fahrzeugen somit 2800 Euro am Tag verliere. „Und das ist nur ein einziges Unternehmen“, sagt Rackow. Er glaubt, dass Speditionen auf der Strecke Lübeck—Hamburg täglich insgesamt bis zu 100 000 Euro zuschießen. Für den Güterverkehrsverband gibt es deshalb nur eine Alternative: Die eben erst eingerichtete Baustelle muss zurückgebaut und sofort wieder für den Verkehr freigegeben werden. Bis das Land einen neuen Bauunternehmer gefunden habe. Das kann erst nach einer Ausschreibung passieren.

„Die Ausschreibungsverfahren in Deutschland laufen falsch“, beklagt Rackow. Der billigste Anbieter in einer Ausschreibung müsse von der öffentlichen Hand genommen werden. „Das führt häufig dazu, dass ein Land wie in diesem Fall bei einer Pleitefirma landet.“ In Hamburg hat Rackow gestern Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, auf die Misere angesprochen.

Der Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr in Lübeck führt auf den von der Pleite betroffenen Baustellen auf der A 1 und A 24 (Gudow—Hornbek) bereits Bestandsaufnahmen durch. Dabei werde ermittelt, so das Kieler Verkehrsministerium, welche Arbeiten noch zu erledigen seien. Zudem würden Optionen geprüft, die Restarbeiten auf mehrere Unternehmen zu verteilen oder den Auftrag national zu vergeben.

Eine EU-weite Ausschreibung nehme — einschließlich der Zustimmung anderer Behörden — fünf Monate in Anspruch.

Pannen bei Bau oder Sanierung schleswig-holsteinischer Autobahn haben Tradition. Zwischen Autobahnkreuz Bargteheide und Bad Oldesloe war die Gegenfahrbahn vor drei Jahren erneuert worden. Doch als alles fertig schien, kam die Hiobsbotschaft: Der Beton war offenbar zu weich, die Straßenbaubehörde nahm die fertige Autobahnpiste nicht ab. Schon damals fragte der seinerzeitige ADAC-Landesgeschäftsführer Rolf-Dieter Carl: „Entscheidet sich das Land vielleicht zu oft für den Billigen Jakob?“ Das Verkehrsministerium hatte den Auftrag an ein Unternehmen aus Niederbayern vergeben, das kurz darauf in Insolvenz ging. Der Rechtsstreit dauert bis heute an: Das Land hatte bereits drei Millionen Euro an den Bauunternehmer bezahlt. Jetzt fordert Kiel sechs Millionen Euro zurück. Denn ein neuer Bauunternehmer musste die Fahrbahn komplett aufreißen und eine neue Betondecke gießen. Für Autofahrer bedeutete es eine Verzögerung von fast einem Jahr.

Auf der A 20 verzögerte sich 2010 die Freigabe zwischen Autobahnkreuz Lübeck und Geschendorf. Aufgelistet wurden bei der Bauabnahme 1800 Mängel — von denen Blasen in der Asphaltdecke nur ein einziger Punkt waren.

Spediteure

verlieren auf dieser

Strecke staubedingt täglich 100 000 Euro.“Thomas Rackow, Geschäftsführer beim Verband Güterverkehr und Logistik (VGL)

Curd Tönnemann

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