Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Norddeutschland A 20: Kommt jetzt doch die südliche „Schwissellinie“?
Nachrichten Norddeutschland A 20: Kommt jetzt doch die südliche „Schwissellinie“?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:33 10.11.2013
Bad Segeberg

Der A-20-Weiterbau südlich von Bad Segeberg ist erst einmal gestoppt. Zu wenig Fledermausschutz, urteilte das Bundesverwaltungsgericht. In Klein Gladebrügge, direkt an der geplanten Strecke, wurde gejubelt. In den Dörfern Schwissel, Traventhal und Dreggers, in Kükels, Neversdorf oder Leezen zum Beispiel, gibt es hingegen Grund zur Sorge. Weil die Verwaltungsrichter dem Land aufgaben, mögliche Trassen weiter südlich zu prüfen, könnte die A 20 künftig auch direkt an ihren Orten vorbeiführen.

Die Überlegungen sind nicht neu. Schon bei der Planung der Ostseeautobahn in den 90er Jahren wurde das ganze Travetal bis nach Bad Oldesloe im Süden in den Blick genommen, um nach der besten Trasse zu suchen. Einen Großteil des Raums schloss das Kieler Umweltministerium für so ein Projekt allerdings aus ökologischen Gründen sehr schnell aus.

Übrig blieb vor allem die sogenannte „Schwissellinie“. Dabei könnte die A 20 von Weede kommend südlich um Klein Gladebrügge herumgeführt werden. Nördlich von Schwissel würde sie dann an der gleichnamigen, bisherigen Anschlussstelle auf die A 21 treffen. Zwei Varianten wären dann denkbar: Die A 20 könnte hier ein Stück weit auf der Trasse der A 21 zu einem Autobahndreieck weiter nördlich oder südlich geführt werden. Oder die „Schwissellinie“ könnte „durchgestreckt“ und südlich an Kükels vorbei Richtung Bad Bramstedt fortgeführt werden. Eine „weite Südumgehung“ könnte von Lübeck kommend bei oder sogar schon vor Weede nach Süden abknicken, Traventhal nördlich oder südlich streifen und dann direkt an Bebensee und Leezen vorbei nach Fredesdorf und Todesfelde führen.

Damals habe sich im südlichen Raum aber keine Linienführung aufgedrängt, heißt es aus dem Verkehrsministerium. Lediglich die „Schwissellinie“ sei noch vertiefend betrachtet worden. Eine Nordtrasse mitten durch Bad Segeberg wurde schnell verworfen, schließlich die aktuelle Trassenführung, die „enge Südumfahrung“ zwischen Bad Segeberg und Klein Gladebrügge mit einer Fortsetzung nördlich um Wittenborn herum, als für die Anwohner und die Natur schonendste Variante festgelegt.

Soll es bei dieser Trasse bleiben, muss das Ministerium beim Fledermausschutz kräftig nachbessern. Sollte eine südlichere Trasse gewählt werden, hat das auch Auswirkungen auf die Planung des nächsten Teilstücks zur A 7 nach Bad Bramstedt — nicht, dass die beiden Teilstücke am Ende nicht zusammenpassen.

Wolfram Hammer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!