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Norddeutschland A-20-Krater: Jetzt sackt auch noch die Umleitung ab
Nachrichten Norddeutschland A-20-Krater: Jetzt sackt auch noch die Umleitung ab
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18:19 03.05.2018
Die stark befahrene Umleitungsstrecke der abgesackten A 20 bei Tribsees senkt sich nahe der Ortschaft Langsdorf.  Quelle: Wüstneck/dpa
Tribsees

Nach dem Einsturz der A 20 bei Tribsees gibt es nun auch bei der Umleitungsstrecke Probleme mit dem moorigen Untergrund. Kurz vor dem Ort Langsdorf (Kreis Vorpommern-Rügen) sinkt die Fahrbahn ab. Die Straße sei aber nicht gefährdet, betonte am Donnerstag der Schweriner Verkehrsminister Christian Pegel (SPD).

In der Fahrbahnmitte seien Setzungen im Zentimeterbereich festgestellt, am Straßenrand im Millimeterbereich, teilte das Ministerium gestern mit. Die Landesstraße, über die der Autobahnverkehr derzeit rollt, liege auf den gleichen Torf- und Moorschichten wie die Autobahn. Sie sei aber – anders als die weggesackte A 20 – nicht auf Säulen gebaut, sondern „schwimmend“ auf dem Moorkörper gegründet. Durch die Beanspruchung komme es zu ständigen Hebungen und Setzungen. Dies sei nicht ungewöhnlich und so auch zu erwarten gewesen.

Auch Langsdorfs Bürgermeister Hartmut Kolschewski bleibt entspannt: „Augenscheinlich ist noch alles wie vor zwei bis drei Wochen. Ich hoffe, die Fahrbahn hält durch.“ Er gehe davon aus, dass nichts an der Straße gemacht werden muss, solange die Umleitung besteht. „Vermutlich muss sie danach irgendwann saniert werden.“

Die CDU-Landtagsabgeordnete Beate Schlupp forderte indes, auch die Wiedervernässung des Moores vor einigen Jahren als mögliche Ursache für die Probleme in Betracht zu ziehen. „Dass die A 20 weggesackt ist, könnte ebenso mit auf die Folgen der Wiedervernässung zurückzuführen sein, wie nun das Absinken der Umgehungsstraße.“

Der Leiter der Autobahnabteilung im Landesamt für Straßenbau und Verkehr, Ronald Normann, erklärte, wenn die Setzungen an der Straße bei Langsdorf ein gewisses Maß überschreiten, könne dies mit dem Aufbringen von Ausgleichsschichten korrigiert werden.

Seit September 2017 versank die A-20-Fahrbahn bei Tribsees auf knapp 100 Metern Länge im moorigen Untergrund. Die A 20 verläuft an dieser Stelle über eine Torflinse und ruht nur auf dünnen Säulen im Boden. Mit der Wiedereröffnung der Autobahn wird nicht vor 2021 gerechnet. Schon zuvor – eventuell bereits ab diesem Herbst – soll der Verkehr mit Hilfe einer zweistreifigen Behelfsbrücke auf die A 20 zurückgebracht werden.

Von Axel Büssem und Iris Leithold

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