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Norddeutschland A-20-Umleitung: Fleißige Blitzer füllen dem Kreis die Kasse
Nachrichten Norddeutschland A-20-Umleitung: Fleißige Blitzer füllen dem Kreis die Kasse
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03:42 14.03.2018
Dieser Blitzer steht in Langsdorf. Quelle: FELIX KÖNIG
Langsdorf

Die Umleitung wegen des A-20-Kraters bei Tribsees erregt seit Monaten die Gemüter. Jetzt noch aus einem weiteren Grund: Bis zu 300 Mal am Tag lösen zu schnell fahrende Autos an der Umleitungsstrecke die beiden Blitzer in Langsdorf und Böhlendorf aus. Erlaubt sind hier 30 km/h. Viele Fahrer aber halten sich nicht an diese Begrenzung. Folge: „Es blitzt täglich 250 bis 300 Mal“, sagt der Sprecher des Kreises Vorpommern-Rügen, Olaf Manzke. In diesem Jahr werden daher Zehntausende Knöllchen zusätzlich ausgestellt werden müssen. Der Kreis muss deshalb beim Personal aufrüsten. Denn jeder Blitz setze eine Kette von Verwarn- oder sogar Bußgeldverfahren in Gang. Daher werde die Zahl der Mitarbeiter in dem Bereich auf 16 verdoppelt.

Verständnis kommt vom Automobilclub ADAC Hansa. „Grundsätzlich ist unsere Position zu Blitzern kritisch, da man sich dem Vorwurf der Abzocke aussetzt“, so Sprecher Christian Hieff. Allerdings könnten Kontrollen auch beruhigend auf Verkehrsteilnehmer wirken. Sie sollten eingesetzt werden, „damit die Leute den Fuß vom Gas nehmen“. Allerdings, so der ADAC, müssten die Blitzer vorher deutlich angekündigt werden.

Das tue der Landkreis, so Manzke. Schilder weisen vor beiden Blitzern auf Radarkontrollen hin. „Wir müssen die Anwohner schützen“, sagt Manzke. Die schnellsten Autos seien mit „über 80 km/h“ durch die 30er-Zone geschossen. Laut Bußgeldkatalog bedeutet dies innerorts zwei Punkte, 280 Euro Geldbuße und zwei Monate Fahrverbot. Was Manzke wundert: Meistens schieben sich die Autos Stoßstange an Stoßstange durch die Dörfer. Dennoch sei aber offenbar immer noch genügend Raum für Raser. Insgesamt hat der Kreis zwölf stationäre Blitzer, zudem zwei Mitarbeiter, die mobil messen. Im Vorjahr seien 1,2 Millionen Euro in die Kasse geflossen. In diesem Jahr dürften sich die Einnahmen mindestens verdreifachen.

Auch andere Regionen rüsten gegen Raser auf. Der stark frequentierte Blitzer an der Petersdorfer Brücke auf der A 19 sorgte beim Kreis Mecklenburgische Seenplatte für neue Jobs. Zwölf Mitarbeiter seien neu eingestellt worden, sagt Sprecherin Heidrun Pergande. Mit Bußgeldverfahren seien 30 Mitarbeiter befasst. Im Vorjahr hätten die 20 stationären Blitzer und mobile Messungen sechs Millionen Euro in die Kasse gespült. 16 Mitarbeiter kümmern sich im Kreis Nordwestmecklenburg um Blitzer, bei fünf festen Geräten, so eine Sprecherin. Einnahmen 2017: rund zwei Millionen Euro. Rostock (sieben Blitzer) hat acht Mitarbeiter. Die Höhe der Einnahmen wird nicht erfasst.

 Frank Pubantz

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