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A1 nach Überraschungs-Baustelle wieder frei

Ratekau A1 nach Überraschungs-Baustelle wieder frei

Die Fahrbahn zwischen Ratekau und Sereetz in Richtung Hamburg ist wieder frei! Zuvor musste er wegen einer Baustelle überraschend gesperrt werden - sehr zum Ärger der Autofahrer.

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In Ratekau mussten alle abfahren – in den nächsten Stau auf der Umgehungsstrecke.

Quelle: Fotos: Ln

Ratekau. Megastau auf der Autobahn 1 in Richtung Hamburg: Zwischen Ratekau und Sereetz ist seit gestern um 8.30 Uhr die Fahrbahn komplett gesperrt. Wann genau die Arbeiten abgeschlossen sind, ist unklar – seit Mittwoch 6.40 Uhr ist der Abschnitt wieder frei, so der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Lübeck.

LN-Bild

Fahrbahn zwischen Ratekau und Sereetz in Richtung Hamburg noch bis heute Mittag wegen einer Baustelle überraschend gesperrt – Straßenbehörde: Gefahr im Verzug.

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„Wir arbeiten mit Hochdruck, um möglichst früh fertig zu werden“, sagte Leiter Jens Sommerburg zuvor. Erst am Montagabend sei aufgefallen, dass die Fahrbahn starke Schäden aufwies. Sommerburg spricht von „Aufplatzungen, Löchern und größeren Bereichen, die rausgeflogen sind“. Deshalb habe sofort abgesperrt werden müssen. „Da war Gefahr im Verzug.“

Für die Autofahrer, die im Stau standen, kam diese Information zu spät. Denn aufgrund der eiligen Maßnahme konnten nicht nur die Medien erst im Nachhinein informiert werden, auch die Beschilderung ließ zu wünschen übrig.

„Auf den Stau hätten sie ja mal hinweisen können“, ärgert sich Herbert Reese (53), der mit seiner Tochter (14) gerade auf dem Rückweg vom Fehmarn-Urlaub ist. In Pansdorf hätte er noch abfahren können – aber dort steht kein Warnschild, obwohl der Stau wenige Kilometer weiter beginnt. Allein die Strecke von Sereetz nach Ratekau beträgt vier Kilometer – der Stau ist mindestens doppelt so lang.

Viele können kaum glauben, dass eine Spontanbaustelle der Grund für stundenlanges Warten ist. „Ich dachte, es wäre ein Unfall“, wundert sich ein Urlauber aus Schweden.

Vor allem kleine Kinder leiden. Nicola Hopplow (42) aus Scharbeutz wollte mit ihrer Tochter Rosa (7) nur schnell zum Zahnarzt nach Ratekau. Jetzt steht sie schon eineinhalb Stunden. „Der Termin ist längst vorbei“, ärgert sie sich. „Und nachher wäre eigentlich Chorprobe. Das schaffen wir auch nicht mehr.“ Rosa habe schon geweint, aufs Klo gemusst und Hund ,Pepper‘, der auch im Auto ist, gehe es auch nur mäßig. „Blöd, sehr blöd. Der Tag ist gelaufen.“

Nadine Becker (29) aus Groß Schlamin ist in einer ähnlich misslichen Lage. Sie wollte mit ihrem Baby in die Klinik – das fiel aus. „Es ist unmöglich“, ärgert sich Jutta Maaßmann (79) aus Lüneburg.

Die Rentnerin ist mit ihrem silbernen Mercedes liegengeblieben, gerade ist der Abschleppdienst gekommen. „Zwei Stunden stehe ich jetzt hier“, klagt die Dame, die eine gelbe Warnweste trägt. Sie selbst habe das Warten noch einigermaßen verkraftet. „Nur eben mein Auto nicht. Der Kühler war überhitzt.“

„Man sieht nix, hört nix, keine Ahnung!“, ärgert sich Manuela Janz (43). Die Puppenspielerin hat mit ihrer Familie in Oldenburg Urlaub gemacht und will nun weiter nach Rostock. Ihr sechsjähriger Sohn, die dreizehnjährige Tochter und die 86-jährige Oma sind mit im Auto. „Noch geht es allen gut“, urteilt Manuela Janz. „Aber die Kinder werden langsam unruhig.“

Auch drei Motorradfahrer kommen nicht weiter: „Ich hab’ Sorge, dass ich mit meinen Seitenkoffern hängenbleibe, wenn ich versuche, mich durchzuschlängeln“, meint Stefan Blauß (40), der eine neue Honda Africa Twin 1000 fährt. Er war mit Freunden am Nordkap und will nun heim ins Allgäu. An sich sei der Stau nicht weiter tragisch, sagt er. „Wir wollen heute sowieso nur bis Mölln auf einen Campingplatz.“ Die 59 Jahre alte Lydia Zander aus Osnabrück kommt gerade mit Tochter und Enkelin aus dem Schweden-Urlaub. „Sobald man nach Deutschland kommt, wird es chaotisch. Damit rechnet man schon fast.“ Sie nehme die Wartezeit mit Humor.

Das können nicht alle: Zweimal muss der Rettungswagen anrücken – und auch Lutz Paustian (60), Taxifahrer aus Heiligenhafen, ist mit einem Kranken auf dem Weg nach Lübeck in die Klinik. „Noch geht es mir gut“, winkt der ab.

Und wer über Hamburg musste, kam nachmittags noch vom Regen in die Traufe: Zwischen dem Kreuz Hamburg-Süd und Moorfleet war die Autobahn 1 wegen einer Bombenentschärfung voll gesperrt.

LN

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