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Norddeutschland Verbände fordern: Baustellen besser koordinieren
Nachrichten Norddeutschland Verbände fordern: Baustellen besser koordinieren
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20:00 05.01.2019
Immer wieder Stau an Baustellen und auf Umleitungsstrecken: ADAC und Spediteure fordern eine bessere Koordinierung der Arbeiten. Quelle: dpa
Lübeck/Kiel

Straßenarbeiten allerorten: Nach Jahren des Sparens werden auch im Norden wieder Straßen und Brücken saniert. Doch wie sollen all die Baustellen so koordiniert werden, dass es gerade dadurch jetzt nicht zu Stau und Stillstand kommt? Das Land und die Kommunen ringen um Lösungen. ADAC und Spediteure sehen dabei derweil noch dringenden Verbesserungsbedarf.

2018 wurde allein in Lübeck die Straße 1200 Mal aufgerissen

ADAC-Sprecher Ulf Evert kritisiert die mangelnde Koordinierung der Baustellen in den Kommunen. Quelle: ADAC

Rekordverdächtig war der Stillstand im abgelaufenen Jahr in Lübeck. 1200 „Baumaßnahmen im öffentlichen Verkehrsraum“ hat die Verwaltung gezählt. Immer wieder kam vor allem der Berufsverkehr zum Erliegen. Neben der Stadt selber haben auch die Entsorgungsbetriebe, die Stadtwerke und das Land kräftig gebuddelt. Aber etwa auch in Kiel staute sich der Verkehr in der Innenstadt, weil mitten in der City der künftige Innenstadt-Kanal gegraben wird und zugleich Fahrspuren auf der nahen und einer weiten Umleitungsstrecke für Arbeiten gesperrt wurden. Da habe es wohl keine Absprachen gegeben, zumindest keine zielführenden, mutmaßt ADAC-Sprecher Ulf Evert. Während es über Land einigermaßen laufe auf den Straßen, sei die Lage in vielen Kommunen oft kritisch.

Absprache-Treffen einmal pro Jahr

In Lübeck treffen sich immerhin einmal im Jahr Vertreter von Behörden, städtischen Gesellschaften und Polizei, um die Baumaßnahmen zu koordinieren. Genützt hat es zumindest 2018 herzlich wenig. Zumal auch die Autobahn 1 in Höhe der Stadt monatelang saniert werden musste und zum Nadelöhr für den Verkehr wurde. Und das, obwohl die Arbeiten eigentlich erst starten sollten, wenn die Verbreiterung der weiter westlich verlaufenden A 7 beendet ist. Beim ADAC entschuldigt man das immerhin – es habe sich auf der A 1 um eine Notsanierung zur Gefahrenabwehr gehandelt, weil die Piste in so einem erbärmlichen Zustand gewesen sei.

Thomas Rackow vom Logistikverband fordert einen „Verkehrskoordinator“ für Schleswig-Holstein ein. Quelle: Olaf Malzahn

Thomas Rackow, Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Logistik mit Sitz in Neumünster, will das Land allerdings nicht aus seiner Verantwortung entlassen. „Es mangelt an Abstimmung“, sagt Rackow. Und dafür sei gerade die A 7 ein Beispiel. Während der Verbreiterung habe es nämlich auch auf den parallelen Ausweichstrecken Bauarbeiten gegeben. So mussten die Spediteure ihre Lastwagen sogar oft andersherum über die A 1 ausweichen lassen müssen. „Da gab’s riesige Umwege.“ Rackow und sein Verband fordern von der Landesregierung daher, einen „Verkehrskoordinator“ einzustellen, der ähnlich wie in Hamburg die Baustellen von Land, Bund und Kommunen aufeinander abstimmt. „Dabei müssen die Hauptstrecken immer Vorrang haben“, sagt Rackow.

Tatsächlich zählte das Verkehrsministerium 2018 landesweit 137 Groß-Baustellen auf Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen. Die Kommunen bekamen vom Land über 34 Millionen Euro für ihren Straßenbau. Auf die Kritik an mangelnder Koordinierung reagiert man in Kiel verhalten. „Baustellen nerven. Aber sie sind zugleich der beste Beweis dafür, dass es mit der Sanierung der Infrastruktur in Schleswig-Holstein endlich wieder richtig vorangeht“, sagt FDP-Minister Bernd Buchholz. Die Abstimmung von Maßnahmen mit Hamburg immerhin funktioniere gut.

Lübecks Bürgermeister setzt auf eine Baustellen-App

In Lübeck fordert die CDU bereits, die Stelle eines städtischen „Baustellenmanagers“ zu schaffen. SPD-Bürgermeister Jan Lindenau hingegen will andere, neue Wege gehen. Er setzt auf Digitalisierung. Baumaßnahmen der Stadt und ihrer Betriebe sollen schon auf 20 Jahre hin geplant und aufeinander abgestimmt werden, Verkehrsteilnehmer mithilfe einer App und des Navis auch über kurzfristige Baumaßnahmen informiert werden. Von ADAC und Logistikverband gibt’s dafür schon mal Lob. Man begrüße alles, was den Verkehr flüssig hält.

Wolfram Hammer

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