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ARD dreht Film über Uwe Barschel

Kiel ARD dreht Film über Uwe Barschel

„Der Fall B.“: Der Tod des Politikers im Genfer Hotel „Beau Rivage“ soll zum TV-Zweiteiler verarbeitet werden.

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Uwe Barschel 1987 bei der „Ehrenwort-Pressekonferenz“ wenige Wochen vor seinem Tod.

Quelle: Fotolia, dpa, ARD

Kiel. Nirgends ist die Zeitung so mächtig wie im Spielfilm. Wenn es haarig wird in der Politik, müssen die Journalisten ran. Meist sind es zwei Männer, die im Zigarettendunst Theorien wälzen, Informanten treffen und Geschichte schreiben. Robert Redford und Dustin Hofman deckten als die „Unbestechlichen“ Woodward und Bernstein die Watergate-Affäre auf. Und noch im Wulff-Film „Der Rücktritt“ von Nico Hofmanns Potsdamer Firma Ufa Fiction wurde die „Bild“-Redaktion im Duett vollgeräuchert.

Hofmanns langjährige Weggefährtin Ariane Krampe hat sich vergangenes Jahr selbstständig gemacht, und ihr erstes großes Projekt ist gleich der größte Polit-Thriller der Nachkriegsgeschichte.

Hauptpersonen sind Olaf Neuenfels und David Burger, zwei fiktive Journalisten der ebenfalls fiktiven Zeitung „Hamburger Allgemeine“. Wahrscheinlich werden sie rauchen, denn die Handlung spielt 1993.

Seit sechs Jahren ist ein hochpolitischer Todesfall ungelöst. Ein Stichwort reicht: Badewanne. Oder: Waterkantgate. Natürlich geht es um den Tod Uwe Barschels 1987 in Genf.

„Der Fall B.“, so der Arbeitstitel des Projekts, ist der erste freie Spielfilm zu dem Thema. Heinrich Breloer drehte 1989 eine Dokumentation, Eoin Moore 2012 eine Kieler „Tatort“-Folge. Krampe produziert jetzt einen Zweiteiler für die ARD-Tochter Degeto. Ausgestrahlt werden könnte der Film im Oktober 2015, 28 Jahre nach Uwe Barschels Ableben. 180 Minuten im Ersten.

Im September sollen die Dreharbeiten beginnen. Aufnahmen sind in Kiel, Hamburg und Genf geplant, auch im Hotel „Beau Rivage“ selbst. Den Originalschauplatz aber gibt es nicht mehr: Barschels Zimmer 314 ist renoviert worden. Drehbuch und Regie übernimmt Kilian Riedhof („Sein letztes Rennen“). Riedhof ist 42. Als Uwe Barschel starb, war Riedhof 16 Jahre alt. In dem Alter kann die Nachricht vom mysteriösen Tod eines Spitzenpolitikers den Blick auf die Machenschaften der Mächtigen auf Dauer prägen. Riedhof hält es für wahrscheinlicher, dass Barschel ermordet wurde, als dass er Suizid beging.

„Wenn es Mord war“, fährt er fort, sei es eine Staatsaffäre: „Welche Kreise reichen in die Politik hinein, wer regiert uns wirklich?“

Gerade waren Riedhof und sein Co-Autor Marco Wiersch bei Heinrich Wille zu Besuch. Der frühere Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft ermittelte im Fall Barschel und ist Anhänger der Mordthese. Schon vor sieben Jahren nahm Produzentin Krampe Kontakt zu Wille auf, damals begann sie mit dem Planungen zu einem Barschel-Film. Wille firmiert als Berater. Als nächstes hoffen die Filmemacher auf einen Termin mit Uwe Barschels Witwe Freya in Mölln. Sie glaubt ohnehin, dass ihr Mann ermordet wurde. „Wir werden in unserem Drehbuch beide Thesen ausgewogen einarbeiten“, sagt Riedhof. „Die beiden Journalisten kombinieren im Ping-Pong, wie es gewesen sein könnte. Da spielt natürlich eine Rolle, ob Barschel in Waffengeschäfte verstrickt war, was es mit seinen DDR-Reisen auf sich hatte.“ Zwar sind seine Hauptfiguren fiktiv, dennoch will er sich auf Spuren beschränken, die es in der Affäre tatsächlich gab: Spuren auf dem Badvorleger, ein mysteriöses Whiskyfläschchen, ein abgerissener Hemdknopf. Den „Bereich der schäumenden Spekulation“ will er möglichst gering halten. Erzählenswert bleibe die Geschichte auch, wenn es Selbstmord war: Dann, meint Riedhof, ist ein Spitzenpolitiker an seinem Narzissmus gescheitert.

Reicht das, um auch die jüngeren Zuschauer zu fesseln, für die Waterkantgate und Badewanne nicht mehr Teil ihrer Erinnerung sind? „Der Fall Barschel hat eine extreme Sogwirkung“, glaubt Riedhof. Und Krampe ergänzt: „Spannend an der Geschichte ist, dass sie nicht zu Ende ist.“

Ungeklärter Tod in Genf
Uwe Barschel wurde am 11. Oktober 1987 im Hotel „Beau Rivage“ in Genf tot aufgefunden. Er wurde 43 Jahre alt, hinterließ Frau und vier Kinder. Einen Tag vor der Landtagswahl am 14.
September 1987 hatte der „Spiegel“ berichtet, dass Reiner Pfeiffer, Referent des CDU-Politikers, eine Verleumdungskampagne gegen Barschels Herausforderer Björn Engholm (SPD) gestartet habe.

Jan Sternberg

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